Ärzte Zeitung, 14.12.2009

TV-Kritik

IGeL-Liste per Gesetz?

Von Hauke Gerlof

Wenn den TV-Magazinen die Themen ausgehen, dann findet man im Zweifel bei Ärzten etwas. So war es am Donnerstag, als "Panorama" einmal mehr den Bereich Selbstzahlerleistungen aufs Korn genommen hat. So eine Geschichte ist schnell gestrickt - der Inhalt ist, wenn man die angesprochenen Experten kennt, schon vor der Ausstrahlung der Sendung klar.

Das Problem: Die nötigen Beispiele von "Abzocker-Ärzten" lassen sich leider ohne Schwierigkeiten auftreiben. Offensichtlich gibt es genug Ärzte, die viele Kollegen, die bei Selbstzahlerleistungen seriös und im Sinne ihrer Patienten vorgehen, in Misskredit bringen.

Um die Geschichte herum ist dann leider vieles nicht sauber recherchiert. So wird behauptet, dass die IGeL-Umsätze "sprunghaft" wachsen. Die IGeL-Umfrage der "Ärzte Zeitung" belegt zwar ein gewisses Wachstum, aber Untersuchungen des AOK-nahen WIdO-Instituts zeigen eher ein moderates Wachstum bis Stagnation.

So stehen sich am Ende des 6,48-Minuten-Beitrags die Forderung nach einer IGeL-Liste per Gesetz und der Appell an Therapiefreiheit, Verantwortung der Ärzte und Aufklärung von Patienten unversöhnt gegenüber. Es liegt an jedem igelnden Arzt, dass die Forderung nach Listenmedizin nicht die Oberhand gewinnen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »