Ärzte Zeitung, 23.10.2013

Umfrage

Deutsche sehen Online-Sprechstunde kritisch

KÖLN. Nur ein Viertel der Bundesbürger kann sich vorstellen, eine Internet-basierte Fernkonsultation beim Hausarzt in Anspruch zu nehmen. Das ist deutlich weniger als im europäischen Durchschnitt oder in den USA, wie eine Umfrage des Dienstleistungsunternehmens Europ Assistance zeigt, das zum italienischen Versicherer Generali gehört.

Einbezogen waren jeweils 500 erwachsene Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Schweden und Spanien sowie 1000 US-Amerikaner.

Gefragt, ob sie sich via Webcam von ihrem Hausarzt beraten lassen würden, sagten sieben Prozent der Deutschen, dass sie das auf jeden Fall tun würden, 18 Prozent nähmen ein solches Angebot wahrscheinlich in Anspruch.

22 Prozent würden es aber eher nicht tun und 53 Prozent auf keinen Fall. Im europäischen Durchschnitt liegt der Anteil derjenigen, die der Tele-Konsultation eher positiv gegenüber stehen, bei 39 Prozent, in den USA sind es 48 Prozent. Am höchsten ist der Anteil in Schweden mit 62 Prozent, am niedrigsten in Österreich mit 15 Prozent.

Pro Telemonitoring

Dem Telemonitoring zur Messung von Parametern wie Blutzucker, Blutdruck oder Herzrhythmus stehen 60 Prozent der Deutschen eher aufgeschlossen gegenüber, 40 Prozent lehnen es ab.

Damit ist die Bevölkerung skeptischer als in allen anderen Ländern. Zum Vergleich: In Schweden sehen 80 Prozent Telemonitoring positiv.

75 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass Telemonitoring dazu beitragen kann, ältere und pflegebedürftige Menschen länger zu Hause betreuen zu können. Im europäischen Durchschnitt sind es 83 Prozent. Laut Umfrage nutzen hierzulande 17 Prozent das Internet regelmäßig, um gesundheitsbezogene Informationen zu erhalten, 45 Prozent gelegentlich.

8 Prozent sind in Gesundheitsfragen Internet-Abstinenzler; im europäischen Durchschnitt sind dies 42 Prozent, in den USA nur 25 Prozent. 26 Prozent der Deutschen tauschen sich regelmäßig oder gelegentlich in sozialen Netzwerken über Gesundheitsfragen aus. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »