Schwangerschaftsabbruch

1000 Adressen deutscher Ärzte im Internet

In einem österreichischen Webportal können Frauen europaweit nach Ärzten suchen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.

Veröffentlicht:

KASSEL/WIEN. Die anhaltende gerichtliche Auseinandersetzung um das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche (§ 219a Strafgesetzbuch), nimmt der Wiener Gynäkologe Dr. Christian Fiala zum Anlass, auf sein Web-Portal hinzuweisen, das Frauen bei der Arztsuche helfen soll.

Die Seite sei bereits seit rund zehn Jahren freigeschaltet, wegen der aktuellen Auseinandersetzung in Deutschland aber jetzt noch einmal umfassen auf den neuesten Stand gebracht worden, heißt es.

Unter der Adresse www.abtreibung-adressen.eu kann viersprachig (deutsch, französisch, englisch, spanisch) europaweit nach Ärzten und Kliniken recherchiert werden, die Abbrüche vornehmen.

Aus dem Bundesgebiet beinhaltet die Datenbank den Angaben zufolge rund 1000 Arztadressen. Auch die in Europa unterschiedliche Rechtslage zur Abtreibung wird übersichtlich dargestellt.

Dass Ärzte in Deutschland Frauen über diese Praxis-Leistung nicht informieren können, ohne dadurch in Konflikt mit dem Paragrafen 219a StGB zu geraten, kommt für Fiala einem "Informationsverbot" gleich, mit dem die Legalisierung der Abtreibung boykottiert und Frauen bevormundet würden.

Deutschland sei im Übrigen das einzige Land in Europa, in dem zwar der Schwangerschaftsabbruch legal sei, Informationen über dessen Durchführung jedoch unter Strafe stehen.

Sein Online-Angebot, versichert Fiala, werde "intensiv genutzt. Sogar Beratungsstellen greifen darauf zurück, weil es auch für sie keine andere offizielle Informationsquelle gibt."

Fiala weiß von derzeit fünf Ärztinnen, die sich vor deutschen Gerichten wegen eines Verstoßes gegen den 219a zu verantworten hätten. Als Nächstes finde am 12. Oktober die Berufungsverhandlung der Gießener Ärztin Kristina Hänel statt. Im Bundesjustizministerium wird unterdessen eine Reform des 219a vorbereitet. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Deutschland hat Nachholbedarf

Datenschatz der onkologischen Versorgung heben

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Hoffnung durch KI & Co?

Drei neue Strategien gegen Pankreaskrebs

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Weniger Bürokratie

Wie nützt Digitalisierung?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Muster 16. DiGA-Verordnungen sind als „Gebühr frei“ zu kennzeichnen (1). Im BVG-Feld (2) steht eine „6“, wenn nach Bundesversorgungs- oder -entschädigungsgesetz Anspruch auf die Verordnung besteht. Im Verordnungsfeld (3) darf maximal eine DiGA verordnet werden. Anzugeben sind „Digitale Gesundheitsanwendung“, die PZN und der Name der jeweiligen DiGA [7].  Pfizer Deutschland GmbH

© Pfizer Deutschland GmbH

Chronischer Schmerz: Digitalisierung hält Einzug

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Krankenhaus beim Essen.

© fresnel6 / stock.adobe.com

Neue S3-Leitllinie

Ernährungs-Screening bei Menschen mit Krebs sollte Routine werden

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Das Bild einer Genanalyse

© © sofiaworld / Getty Images / iStock

Personalisierte Onkologie

Gesucht: Implementierungsstrategien für tumoragnostische Therapien

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Vernetzung von Daten.

© metamorworks / Getty Images / iStock

Deutschland hat Nachholbedarf

Datenschatz der onkologischen Versorgung heben

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe