Ärzte Zeitung, 17.05.2016

Mentoren

Erste Hilfe für junge Hausärzte

Der Hausärzteverband Nordrhein initiiert ein Mentorenprogramm, bei dem jungen Medizinern erfahrene Kollegen zur Seite gestellt werden.

Von Ilse Schlingensiepen

Erste Hilfe für junge Hausärzten

Berufserfahrene Hausärzte werden in Nordrhein zu Ansprechpartnern für junge Mediziner ausgebildet.

© Yuri Arcurs / fotolia.com

KÖLN. Junge Mediziner, die sich in Nordrhein als Hausarzt niederlassen wollen, können sich künftig Unterstützung von erfahrenen Kollegen holen. Der Hausärzteverband Nordrhein konnte bislang rund 15 Hausärzte gewinnen, die dem Nachwuchs mit Rat und Tat zur Seite stehen wollen, berichtet der Vorsitzende Dr. Dirk Mecking.

Der Verband hat beim Nordrheinischen Hausärztetag in Köln ein neues Mentorenprogramm gestartet. Der Jüngste sei 42 Jahre alt, "der älteste bin ich mit 60 Jahren", so Mecking.

Großes Interesse an Austausch

Junge Ärzte in Fokus

Mit einer neuen Themen-Seite will die "Ärzte Zeitung" vermehrt junge Ärzte in Studium und Weiterbildung in den Blick nehmen.

Hier geht's zur Seite!

Das Interesse der jungen Mediziner am Austausch mit den etablierten Hausärzten sei groß. "Sie möchten bei der Niederlassung nicht allein gelassen werden", sagt Mecking. Von der Klinik seien sie es gewohnt, bei Fragen und Problemen immer Ansprechpartner zu haben. "In der eigenen Praxis sind sie plötzlich für alles allein verantwortlich."

Zunächst wird der Verband die Mentoren auf ihre künftige Arbeit vorbereiten. Sie werden gezielt geschult, um den Nachwuchs in ökonomischen, rechtlichen und organisatorischen Fragen beraten zu können. Dabei kooperiert der Hausärzteverband Nordrhein mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank.

"Die Hausärzte sollen rechtzeitig erkennen können, wenn bei den Kollegen etwas schief läuft und sie gezielt an professionelle Berater vermitteln können", erläutert Mecking.

In einem nächsten Schritt will der Verband die Mentoren mit ihren künftigen "Schützlingen" zusammenbringen. Dabei wird darauf geachtet, dass die beiden Ärzte nicht aus demselben Ort kommen. "Zwischen den beiden sollen Konkurrenzgedanken gar nicht erst aufkommen."

Den Mentoren gehe es um die Nachwuchsarbeit und nicht darum, jeweils Nachfolger für die eigene Praxis zu finden, betont Mecking.

Ziel ist es, den jungen Ärzten eine Brücke zur Niederlassung als Hausarzt zu bauen, sagt er. Um das zu erreichen, sei man auf vielen Ebenen aktiv. Auch das in Gummersbach geplante reine Hausarzt-MVZ, das als Pilotprojekt des Deutschen Hausärzteverbands angelegt ist, soll dem Nachwuchs den Schritt in die eigene Praxis erleichtern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »
Serie: Wegweiser Weiterbildung