Ärzte Zeitung, 24.07.2008

Christliche Werte können den Ausschlag bei Klinikwahl geben

Bei gleicher medizinischer Qualität ziehen Patienten häufig eine konfessionelles Haus vor / Gute Erfahrung des Klinikbetreibers Ategris

OBERHAUSEN (ava). Profitables Wirtschaften und christliche Nächstenliebe widersprechen sich nicht. Im Gegenteil: das Etikett "evangelisch" - verbunden mit dem Ruf einer fachlich guten Klinik - zieht Patienten an.

Konfessionelle Krankenhäuser sind beileibe nicht die Verlierer im derzeitigen Wettbewerb um Patienten. Diese Erfahrung hat Nils Benjamin Krog, Vorstandsmitglied des Klinikbetreibers Ategris gemacht. Christliche Grundwerte und wirtschaftliche Effizienz schließen sich nicht aus. Ategris will sich durch eine Kombination von christlichen Grundwerten und ökonomischer Effizienz gezielt um im christlichen Glauben verwurzelte Patienten bemühen und so am Markt bestehen.

Das Unternehmen betreibt seit Anfang 2005 zwei evangelische Krankenhäuser in Mülheim an der Ruhr und Oberhausen. "Wir glauben, dass in der heutigen Zeit Mitarbeiter mehr wollen als nur arbeiten und immer häufiger die Sinnfrage stellen", sagt der Vorstandsvorsitzende Volker Feldkamp.

Ökonomischen Druck kennt auch der Klinikbetreiber Ategris mit seinen 2275 Mitarbeitern. Lange Arbeitszeiten und Rufbereitschaften kennzeichnen den Alltag von Ärzten und Pflegepersonal. Nils Benjamin Krog ist jedoch davon überzeugt, dass die schwierigen Bedingungen durch eine persönliche Förderung der Mitarbeiter gemildert werden können. Dabei legt der Klinikvorstand Wert auf die Soft Skills. Ein junger Arzt, der frisch von der Universität kommt, so Krog, mag zwar fachlich gut ausgebildet sein, doch seine sozialen Kompetenzen müssen noch entwickelt werden.

Die konfessionell geprägte Ausrichtung der Kliniken soll den Häusern Marktvorteile durch die klare Positionierung verschaffen. Denn für Patienten sind in Zeiten schwerer Krankheit bei einem qualitativ gleichwertigen Angebot die Häuser attraktiver, die sich bewusst auf christliche Grundwerte berufen. Ein Kreuz an der Wand bedeute für die Patienten Kompetenz und Menschlichkeit, so Krog. Das sieht auch der Theologe und Unternehmensberater Dirk Walliser so: "Patienten messen die Qualität eines Krankenhauses häufig an den so genannten weichen Faktoren wie Zuwendung, Service, Essen oder auch Menschlichkeit".

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