Ärzte Zeitung, 06.11.2008

Elektronische Dokumentation schreitet voran

Kliniken, die schon länger mit Klinikinformationssystemen (KIS) arbeiten, sind Vorreiter im E-Business. Das belegt der aktuelle IT-Report Gesundheitswesen.

Von Antonia von Alten

Interne und externe Geschäftsprozesse werden in den Krankenhäusern, die schon lange mit KIS arbeiten, zunehmend mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) abgewickelt. Das geht aus dem IT-Report Gesundheitswesen der Fachhochschule Osnabrück hervor. Neben einer Studie zu den Beschaffungsprozessen im Rahmen von E-Business und Supply Chain Management wurden in einer zweiten Studie die Pflegeinformationssysteme in deutschen Kliniken untersucht.

Für die Studien wurden Anfang 2007 die Geschäftsführer und die Pflegedienstdirektionen aller deutschen Akutkrankenhäuser angeschrieben. Insgesamt antworteten 129 Geschäftsführer, was einer Rücklaufquote von 5,9 Prozent entspricht. Aus den Pflegedirektionen kamen 270 Fragebögen (Rücklaufquote 12,7 Prozent) zurück.

E-Business im Gesundheitswesen war nach Ansicht der Leiterin der Studie, Frau Professor Ursula Hübner, ein Thema, über das lange Zeit nur in Spezialistenkreisen diskutiert wurde. Doch in den vergangenen fünf Jahren habe sich E-Business in der Gesundheitswirtschaft zu einem unübersehbaren Faktor entwickelt.

Module für die Pflegeinformation setzen sich durch.

Ergebnisse der Studie sind beispielsweise, dass vor allem Krankenhäuser, deren KIS schon viele Bereiche - auch nicht klinische - umfasst, zunehmend im E-Business aktiv werden. Auch die Erkenntnis, dass Verbundkrankenhäuser eher E-Business betreiben als Einzelkrankenhäuser, konnte bestätigt werden.

Durch den Einsatz verschiedener Standards könne sich jedoch die Datenqualität noch verbessern lassen, sodass eine Produktverfolgung in der Versorgungskette sowie bei Rückrufaktionen möglich wird. "So kann ein vom Hersteller zurückgerufener und für den Patienten gefährlicher Herzschrittmacher sofort von dem Krankenhaus identifiziert werden. Ein solches Produkt erreicht den Patienten erst gar nicht", so Hübner.

Längst aus dem Stadium des Nischendaseins herausgewachsen sind Pflegeinformationssysteme. Bei einer Umfrage der Fachhochschule im Jahr 2002 war die elektronische Pflegedokumentation nur gering verbreitet. Lediglich jede 20. Klinik arbeitete damit. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Module für Patientenmanagement an deutschen Kliniken verdreifacht. Aus dem IT-Report lässt sich ein Trend hin zu einer Kombination aus stationärem und mobilem Eingabegerät (Notebook) ablesen. Geräte mit kleinem Display wie der PDA und Spezialgeräte spielen nur eine untergeordnete Rolle.

www.wiso.fh-osnabrueck.de/it-report.html

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