Ärzte Zeitung, 03.11.2010

Kliniken müssen Zeit für geordneten Abschied gewähren

BERLIN (eb). Verträge zwischen Kliniken und Bestattungsunternehmen dürfen keine Absprache enthalten, nach der verstorbene Patienten schon zwei Stunden nach ihrem Ableben abgeholt und in die Kühlräume der Bestatter gebracht werden. Das geht aus einer Entscheidung des Landgerichts (LG) Berlin hervor.

Verträge zwischen Krankenhäusern und Bestattungsunternehmen zum Kühlmanagement verstorbener Patienten sind keine Seltenheit. An solchen Vereinbarungen stoßen sich Gerichte im Normalfall nicht. Im konkreten Fall aber störte sich das Landgericht Berlin daran, dass Verstorbene schon nach zwei Stunden von einem Bestattungsunternehmen aus der Klinik abgeholt werden durften.

Eine solche Vereinbarung, so die Richter, brächten die Angehörigen, die sich sowieso schon in einer schwierigen Lage befänden, in eine unangemessene Zwangslage. Denn eine sachgerechte Entscheidung, welches Unternehmen den Toten bestatten solle, sei kaum noch möglich, wenn der Verstorbene sich erst einmal in den Räumen eines Anbieters befinde. Das LG bewertete deshalb die Zwei-Stunden-Frist in dem Vertrag als unlauter und damit als unwirksam.

Az.: 16 O 249/08

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gröhes Sonnenschein-Politik

Bei der Eröffnung des Ärztetags weiß sich der Gesundheitsminister bei Partnern. Kritik hat Gröhe nur für den Koalitionspartner übrig und freut sich auf ein Wiedersehen beim Ärztetag 2018. mehr »

Berichte, Videos und Tweets rund um den Deutschen Ärztetag

Begleiten Sie den 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg mit uns online. Die "Ärzte Zeitung" berichtet vom 23.-26.5. live und aktuell über alle wichtigen Ereignisse und Debatten. mehr »

"Turbolader einer Zwei-Klassen-Medizin"

Die Einheitsversicherung als Garant für Gerechtigkeit im Versorgungssystem? Aus Sicht von BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery eine fatale Fehleinschätzung. Die "Ärzte Zeitung" dokumentiert Auszüge aus seiner Ärztetags-Eröffnungsrede. mehr »