Ärzte Zeitung, 07.07.2011

Betrugsverdacht: Helios-Kliniken beziehen Stellung

BERLIN (reh). Seit Ende Juni schwebt über der Poliklinik am Helios Klinikum in Berlin-Buch der Verdacht des Abrechnungsbetrugs (wir berichteten). Jetzt bezieht die Helios-Geschäftsführung in einem offenen Brief Stellung zu den Vorwürfen und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin.

Darin wehrt sich der Klinikbetreiber gegen die Anschuldigung, dass ambulante Leistungen von nicht qualifizierten Ärzten erbracht worden sein sollen. Sie gibt aber durchaus Schwächen in der Abwicklung der ambulanten Leistungen zu.

Das Problem: Um Versorgungslücken zu schließen, würden von den KVen häufig Klinikärzte zur Erbringung ambulanter Leistungen zugelassen, so Helios-Geschäftsführer Dr. Francesco De Meo.

Behandlungen sind stets korrekt durchgeführt worden

Gemäß geltendem Zulassungsrecht müssten diese Ärzte ihre Leistungen jedoch höchstpersönlich erbringen. Eine Auflage, die "im Klinikalltag oft nicht einfach oder zeitgerecht" umzusetzen sei.

Aber: Die Behandlungen seien stets von qualifizierten Ärzten medizinisch korrekt durchgeführt worden, erklät De Meo. Außerdem seien nur tatsächlich erbrachte Leistungen abgerechnet worden und die Poliklinik habe keine überhöhten Rechnungen gestellt.

Dem Klinik-Betreiber ist aber noch etwas wichtig: Helios habe selbst bereits 2009 begonnen, die Erbringung und Abrechnung ambulanter Leistungen in den eigenen Einrichtungen zu überprüfen und soweit erforderlich den formalen Anforderungen anzupassen. Die Erkenntnisse des Klinik-Betreibers hierzu lägen der Staatsanwaltschaft vor.

Dennoch übt De Meo in seinem offenen Brief auch Kritik an dem Zulassungsrecht: "Den Patienten wäre mehr gedient, wenn Behandlungen flexibel von qualifizierten Ärzteteams erbracht werden könnten."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »