Ärzte Zeitung, 30.11.2011

Entlassung aus der Klinik braucht Zuständigkeiten

BERLIN (fst). Der Bundesverband Managed Care e.V. (BMC) wertet das verbindliche Entlassmanagement, wie es im Versorgungsgesetz vorgesehen ist, positiv.

Gleichwohl reichten die dort vorgesehenen Regelungen für eine strukturierte nachstationäre Versorgung nicht aus, heißt es in einer Stellungnahme des BMC. Medizin, Pflege, Rehabilitation und Sozialwesen müssten besser koordiniert sein als bisher.

"Die Praxis hat gezeigt, dass vor allem bei Patienten mit chronisch entgleisten Grund- und Nebenerkrankungen das Zusammenspiel der Akteure im Entlassmanagement noch nicht reibungslos funktioniert", sagt Professor Volker Amelung, Vorstandsvorsitzender des BMC.

Der Verband spricht sich unter anderem für folgende Schritte aus:

Etablierung eines Ansprechpartners im Krankenhaus: Ein "Patientenkoordinator" soll die medizinische, pflegerische und soziale Beurteilung des Patienten in Abstimmung mit dem Ärzte- und Pflegeteam vornehmen.

Schaffung von übergreifenden Assessment-Instrumenten: Binnen 48 Stunden nach Aufnahme im Krankenhaus soll eine Fachkraft abschätzen, inwieweit für einen Patienten ein möglicher Nachsorgebedarf besteht.

Etablierung ambulanter "Ankerpunkte": Definierte Ansprechpartner in der ambulanten Versorgung sollen sicherstellen, dass die Weiterversorgung funktioniert. Hierfür seien ambulante Patientenkoordinatoren im Umfeld niedergelassener Ärzte geeignet.

Vergütung des Zusatzaufwands von Kliniken und ambulanten Koordinatoren: Ein Mehraufwand, der nicht durch die DRG gedeckt ist, sollte eine zusätzliche Vergütung nach sich ziehen. Auch wäre eine Refinanzierung innerhalb des Morbi-RSA nötig.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »