Pathologen sehen Obduktion als unverzichtbar an

BERLIN (ger/maw). Können moderne bildgebende Verfahren die Obduktion durch Pathologen ersetzen - jedenfalls in manchen Fällen? In der Diskussion über Studien, nach denen eine virtuelle Autopsie, etwa über CT, eine Alternative zur Obduktion sein könnte, hat sich jetzt der Bundesverband Deutscher Pathologen (BDP) entschieden zu Wort gemeldet.

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"In Fällen unklarer Todesursachen stößt das moderne Bildgebungsverfahren an seine Grenzen", heißt es in einer Mitteilung des BDP. Der Grund: Bei einem radiologischen Ganzkörper-Scan könnten die Organe nicht mikroskopisch und toxikologisch untersucht werden.

Das habe auch eine britische Studie des Pathologen Ian Roberts aus Oxford bestätigt, die in "The Lancet" veröffentlicht worden sei. Von 182 unklaren Todesfällen habe nur in zwei Dritteln per CT oder MRT die korrekte Todesursache festgestellt werden können.

Qualitätssichernde Funktion

Besonders schlecht ließen sich mit CT und MRT verstopfte Herzkranzgefäße, Lungenembolien, Lungenentzündungen und Läsionen im Bauchraum nachweisen.

Die Obduktion habe weiterhin eine qualitätssichernde Funktion, wenn die Diagnosesicherheit bei den zum Tode führenden Krankheiten im Fokus stehe, heißt es weiter.

Der Autopsiereport solle daher Gegenstand der gesetzlichen Qualitätsberichterstattung der Krankenhäuser werden, fordert BDP-Präsident Professor Werner Schlake. Das könnte Transparenz bei der Autopsiequalität einzelner Krankenhäuser schaffen.

"Angaben zu Sektionsfrequenz und -ergebnissen gehören in den Qualitätsbericht", konkretisiert er sein Plädoyer. Neue Arbeiten aus Deutschland zeigten zudem eindeutig, so Schlake, dass die diagnostischen Fähigkeiten der Klinikärzte, aber auch die Qualität insgesamt mit der Zahl der Obduktionen steige.

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