Ärzte Zeitung, 05.03.2012

Klinik-Budget in NRW kann wachsen

Die Kliniken und Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen haben sich auf einen neuen Landesbasisfallwert geeinigt: Das Plus für die Krankenhäuser beträgt 500 Millionen Euro - und sorgt gleich für Kritik.

KÖLN (iss). In Nordrhein-Westfalen haben sich Krankenkassen und Landeskrankenhausgesellschaft (KGNW) auf den Landesbasisfallwert für 2012 geeinigt.

Die Krankenkassen nehmen das zum Anlass für eine grundsätzliche Stellungnahme zur Klinikvergütung - sehr zum Ärger der KGNW.

Der Landesbasisfallwert - die zentrale Kennziffer für die Vergütung der stationären Leistungen - erhöht sich für 2012 von 2912,65 Euro auf 2960,67 Euro. Die Vereinbarung zwischen Kassen und Kliniken hat das Landesgesundheitsministerium jetzt genehmigt.

Damit erhöhe sich das Budget der Kliniken um 3,6 Prozent oder um 500 Millionen Euro auf 13,6 Milliarden Euro, teilen die Kassen mit. Das entspreche der Wirtschaftsleistung Estlands.

Der vorauskalkulierte Anstieg der stationären Leistungsmengen betrage 2,2 Prozent. "Nach Ansicht der gesetzlichen Krankenkassen werden die Krankenhäuser damit angemessen vergütet."

Zu viele und unnötige Leistungen?

Sorgen bereiteten ihnen die im Bundesvergleich hohen Leistungsmengen und der starke Anstieg der vergangenen Jahre. Die Kritik der Kassen: Noch immer würden zu viele und unnötige Leistungen stationär erbracht.

Diesen Vorwurf weist die KGNW zurück. "Die Entwicklung der Leistungsmenge liegt nicht in der Verantwortung der Krankenhäuser", sagt Sprecher Lothar Kratz. Ursächlich seien die demografische Entwicklung, der medizinisch-technische Fortschritt und sozioökonomische Faktoren.

Die KGNW ist erbost darüber, dass die Kassen anders als in der Vergangenheit im Alleingang die Höhe des Fallwerts veröffentlicht und das für eine Pauschalkritik genutzt haben. "Das ist kein partnerschaftliches Verhalten", kritisiert er.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »