Ärzte Zeitung, 10.03.2012

Versorgungskette unter einem Dach

Das Unfallkrankenhaus Berlin baut ein Ärztehaus. Es will niedergelassenen Ärzten die Hand reichen, damit sie von der Spitzentechnik profitieren.

Von Angela Mißlbeck

Versorgungskette unter einem Dach

Vor allem das Versorgungsstrukturgesetz schafft für kliniknahe Ärztezentren ganz neue Möglichkeiten.

© Mathias Ernert

BERLIN. In Berlin entsteht ein neues Ärztehaus. Das Besondere: Es wird vom Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) gebaut. Das berufsgenossenschaftliche Klinikum investiert 30 Millionen Euro in das Bauvorhaben auf dem Klinikgelände im östlichen Stadtbezirk Marzahn.

Der Bau soll Ende 2013 fertig sein und insgesamt 10 000 Quadratmeter Nutzfläche schaffen. Einen Teil der neuen Fläche beansprucht das Unfallklinikum für sich.

Es bringt dort sein Kopfzentrum mit den Kliniken für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und für Neurochirurgie unter. Zentrale medizinische Serviceabteilungen, wie das Labor und die Sterilisation werden ebenfalls im Klinikanbau untergebracht. Auch neue Parkmöglichkeiten entstehen.

In dem fünfstöckigen Gebäude ist aber auch Platz für 40 Praxen. Das Ärztehaus steht niedergelassenen Medizinern ebenso offen wie Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).

Behandlungsräume, Sprechzimmer, Warte- und Anmeldebereiche können bedarfsgerecht und individuell gestaltet werden.

Ärztehaus mit Ladenzeile

Das UKB strebt an, ein möglichst breites Spektrum an verschiedenen medizinischen Fachbereichen im neuen Ärztehaus anzusiedeln, um den Patienten der Region eine umfassende ambulante Versorgung anzubieten.

Explizit gehe es dabei auch um die Allgemeinmedizin und die Gynäkologie, obwohl letztere im Klinikum nicht vertreten ist. Das ist besonders vor dem Hintergrund relevant, dass aus dem Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf immer wieder Beschwerden von Patienten über Lücken, weite Wege oder Wartezeiten in der ambulanten Versorgung kommen.

Das medizinische Angebot soll durch eine Ladenzeile mit Apotheke, Sanitätshaus, Hörgeräteakustiker, Augenoptiker und weiteren Servicegeschäften ergänzt werden.

"Die direkte Anbindung ans Unfallkrankenhaus Berlin eröffnet den Kollegen im Ärztehaus viele Kooperationsmöglichkeiten mit unserer Hochleistungsmedizin", so Professor Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des UKB.

Er verweist unter anderem darauf, dass sie spezialisierte Großgeräte der Klinik nutzen könnten, sieht aber auch neue Chancen durch das Versorgungsstrukturgesetz.

Ausdrücklich begrüßt er, dass in Kooperation mit ambulanten Ärzten eine lückenlose Versorgungskette für die Patienten geschaffen werden könnte. "Wir wollten den Menschen in Marzahn-Hellersdorf schon lange mehr als nur stationäre Medizin im Krankenhaus anbieten", so Ekkernkamp.

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