Ärzte Zeitung, 13.06.2012

GNH erholt sich vom Skandal

KASSEL (kaj). Der kommunale Krankenhauskonzern Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) hat im vergangenen Jahr mit 9,35 Millionen Euro sein nach eigenen Angaben bislang bestes Ergebnis eingefahren - nach 4,83 Millionen Euro im Jahr 2010.

Der Umsatz 2011 lag bei 332,51 Millionen Euro, gegenüber 304,93 Millionen in 2010. "Das abgelaufene Jahr war noch einmal supergut für uns", erklärte Vorstandschef Gerhard Sontheimer.

Für das laufende Jahr sei nur ein Gewinn von knapp 500.000 Euro eingeplant. Wie 2011 solle der Umsatz der GNH um rund fünf Prozent steigen, kündigte Sontheimer an. Die von der Politik gesteckten finanziellen Rahmenbedingungen würden aber noch schwieriger.

"Unsere Einnahmen werden voraussichtlich erneut weniger als ein Prozent steigen dürfen", betonte der Konzern-Chef.

Lohnsteigerungen von rund drei Prozent im Öffentlichen Dienst ließen deshalb die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der Kliniken weiter auseinanderklaffen.

Zudem fielen Zuschüsse des Landes für ein weiteres Bauvorhaben am Klinikum Kassel niedriger aus, als ursprünglich in Aussicht gestellt.

Kompensation durch die Herzchirurgie

Rund eine Million Euro habe die GNH 2011 die Beschaffung von Einmal- und neuen Operationsbestecken und damit verbundene Dienstleistungen aufgewendet. Anfang Februar 2011 waren an einigen Instrumenten im Klinikum Kassel Ablagerungen festgestellt worden.

Die Zentralsterilisation wurde daraufhin vorübergehend geschlossen, zeitweise konnte nur ein Notprogramm an Operationen gefahren werden. Es haben eine "Senke von rund vier Wochen" gegeben, erklärte Sontheimer.

Später im Jahr aber habe die neue Abteilung für Herzchirurgie ihre Arbeit aufgenommen und rund drei Millionen Euro an zusätzlichen Erlösen erwirtschaftet. Sontheimer: "Das hat uns geholfen, das zu kompensieren."

2011 beschäftigte die GNH rund 5000 Mitarbeiter im Umfang von 3162 Vollzeitstellen - gegenüber 3123 Vollzeitstellen ein Jahr zuvor.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »