Ärzte Zeitung online, 01.08.2012

Dekubitus

Uniklinik Essen drückt Rate auf 2,5 Prozent

Das elektronisch gestützte Dekubitus-Management erlaubt es Ärzten und Pflegepersonal am Universitätsklinikum Essen, frühzeitig einem Wundliegen von Patienten vorzubeugen.

ESSEN (maw). Am Universitätsklinikum Essen ist die Zahl wundgelegener Patienten in den vergangenen zehn Jahren nach eigenen Angaben nachhaltig zurückgegangen. Dies gehe auf das 2002 eingeführte Dekubitus-Management zurück.

Pflege, Ärztlicher Dienst und Qualitätsmanagement haben es sich laut Klinik zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit klinikeigener IT und Medizinischer Informatik sowohl die Prävention als auch die Behandlung von Druckgeschwüren auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse kontinuierlich zu verbessern.

Das Dekubitus-Management widme sich der Prävention und der Optimierung der Behandlung von Dekubitalulzera.

"Alle stationären Patienten werden bei ihrer Aufnahme ins Universitätsklinikum Essen und während ihres Aufenthaltes vom Pflegefachpersonal gezielt auf einen etwaigen Dekubitus untersucht und gegebenenfalls therapeutisch versorgt", erläutert die dortige Pflegedirektorin Irene Maier.

Dies geschehe unter anderem durch Experten einer interdisziplinären Wundsprechstunde.

Um Qualität und Erfolg der Behandlung überprüfen zu können, würden vorliegende Druckgeschwüre in einer zentralen Datenbank erfasst und kontinuierlich durch speziell ausgebildete Pflegefachkräfte ausgewertet.

Darüber hinaus werden sämtliche Pflegekräfte in der Dekubitusprohylaxe geschult. Zudem wurden sämtliche der knapp 1300 Betten mit speziellen Anti-Dekubitus-Schaumstoffmatratzen ausgestattet.

Dies zahlt sich aus Sicht der Klinik aus: Heute liegen die Dekubitus-Rate im gesamten Universitätsklinikum bei 2,5 Prozent, einem sehr niedrigen Wert.

Am häufigsten trete ein Dekubitus bei Bettlägrigkeit auf und sei darum für das Universitätsklinikum Essen mit seinen knapp 50.000 Patienten im Jahr von besonderer Bedeutung.

"Gefahr besteht vor allem für diejenigen Körperstellen, an denen sich keine oder nur wenig Muskulatur zwischen der Haut und den darunterliegenden Knochen befindet. Ein Dekubitus kann aber auch unter schlecht sitzenden Prothesen oder zu engen Gipsverbänden auftreten", erklärt Petra Runge-Werner, Pflegeexpertin am Universitätsklinikum Essen.

Müsse ein Dekubitus behandelt werden, sei es in der Regel bereits zu spät. Am Universitätsklinikum Essen setze man darum stark auf die Prävention, damit es erst gar nicht zu einem Druckgeschwür kommt.

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