Ärzte Zeitung, 04.10.2012

Kommentar zur Überweisungshilfe

Entlastung durch Aufklärung

Von Dirk Schnack

Zur Kontrolluntersuchung bringen Sie bitte wieder eine Überweisung mit: Diese Aufforderung hören viele Patienten, die einen Eingriff hinter sich haben, von Klinikmitarbeitern. Sie gehen in gutem Glauben zum Arzt, um sich diese Überweisung ausstellen zu lassen.

In vielen Fällen ist diese Aufforderung unzulässig und die aufgesuchten Ärzte stehen vor einem Problem: Sollen sie eine unrechtmäßige Überweisung ausstellen oder riskieren sie eine Auseinandersetzung mit dem Patienten, der sich bei einer ablehnenden Antwort zu Recht verschaukelt fühlen könnte?

Eine Aktion der KV Hamburg zielt darauf ab, diesen Konflikt für die Praxisinhaber zu entschärfen. Damit leistet die KV eine wertvolle Unterstützung für Ärzte, deren Mitarbeiter ohnehin viel Arbeitszeit mit dem Ausdrucken von Formularen verbringen.

Ein Flyer der KV zum Thema Einweisung oder Überweisung wird bei den Patienten Wissenslücken schließen, die offenbar auch bei manchen Klinikmitarbeitern vorhanden sind.

Echte Entlastung wird es deshalb nur geben, wenn Mitarbeiter in Kliniken nur noch die Ein- und Überweisungen vom Patienten abfordern, die auch zulässig sind.

Die Aufklärungskampagne der KV gehört deshalb nicht nur in die Praxen, sondern auch in die Krankenhäuser.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
KV Hamburg: Mit Vordrucken gegen das Überweisungschaos

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »