Ärzte Zeitung, 23.11.2012

Nordosten

Kliniken werden immer ambulanter

Bundeseinheitliche Prüfkriterien über Sektorengrenzen hinweg - das fordertn die Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern. Der Grund: Sie behandeln immer mehr ambulant.

Von Dirk Schnack

GÜSTROW. Klinikvertreter im Nordosten fordern eine Sektoren übergreifende Qualitätssicherung und beanspruchen eine starke Rolle in der ambulanten Versorgung.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus Mecklenburg-Vorpommern (AKMV) sprachen sich auf ihrem zehnten Krankenhaustag in Güstrow außerdem für fließende Übergänge zwischen der stationären und ambulanten Behandlung, der Reha und Pflege aus.

"Das ist auch wirtschaftlich eine Notwendigkeit", sagte der Vorsitzende der AKMV, Wolfgang Gagzow. Er räumte aber ein, dass sich dieser Übergang wegen unterschiedlicher Finanzierungs- und Anreizsysteme nur schwer realisieren lässt.

Als Hindernis hat er auch die "nicht vergleichbare Qualitätssicherung" ausgemacht. Er verlangte bundeseinheitliche Prüfkriterien über Sektorengrenzen hinweg.

Die meisten Fälle in Notaufnahme

Das hiermit beauftragte Institut habe bislang noch "keine praxistauglichen Ergebnisse" vorgelegt, kritisierte Gagzow. Deutlich wurde in Güstrow die zunehmend starke Stellung der Kliniken in der ambulanten Versorgung.

Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern behandeln im Durchschnitt doppelt so viele Patienten ambulant wie stationär - insgesamt waren dies 2011 etwa 84 0.000 ambulante Patienten.

Darunter sind etwa ambulante Operationen, Behandlungen in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder Ermächtigungen bei regionaler Unterversorgung. Dies betraf im vergangenen Jahr 28.000 Behandlungsfälle.

Die meisten Behandlungen fanden mit 43 Prozent in der Interdisziplinären Notfallaufnahme, in der Chirurgie (17 Prozent) sowie mit jeweils zehn Prozent in der Unfallchirurgie und der Kinderheilkunde statt.

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