Ärzte Zeitung, 14.01.2013

Telemedizin-Boom

Brandenburgs Kliniken gerüstet

Die Krankenhäuser in Brandenburg ziehen trotz finanzieller Schwierigkeiten für 2012 eine eher positive Bilanz. Denn in Sachen Innovationskraft haben sie einiges zu bieten, vor allem im Bereich Telemedizin.

Von Angela Mißlbeck

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Telekonsultation ist in kleinen Klinken fast Standard.

© A. Khripunkov / Fotolia.com

POTSDAM/COTTBUS. "Die Krankenhäuser in Brandenburg haben trotz ihrer finanziellen Schwierigkeiten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Vorhaben begonnen, um- und fortgesetzt, die für die Zukunft der stationären medizinischen Versorgung in Brandenburg notwendig sind", so der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg, Jens-Uwe Schreck.

Er sieht die Kliniken gut gerüstet für die veränderten Anforderungen aus der demografischen Entwicklung, die sich ab 2014 im neuen Landeskrankenhausplan niederschlagen werden.

Schreck verweist auf Projekte der Informationstechnologie. So sei das Telemedizin-Netzwerk im östlichen Brandenburg inzwischen im Regelbetrieb. Es soll Schlaganfallpatienten schnelle Hilfe trotz langer Rettungswege bieten.

Dazu können kleine Kliniken in der Fläche auf externe Fachexpertise per Telekonsultation zurückgreifen. Neurologen des Klinikums Frankfurt/Oder stehen dafür rund um die Uhr bereit. In Finsterwalde begleitet Kollege Computer Ärzte zur Visite.

Der Visiten-Laptop ist mit dem Krankenhausinformationssystem (KIS) verbunden und erlaubt den Abruf aller wichtigen Daten am Krankenbett.

Das größte Brandenburger Krankenhaus, das Carl-Thiem-Klinikum (CTK) in Cottbus, hat ein neues KIS eingeführt, das digitales Terminmanagement ermöglicht. Es schafft die Voraussetzung für computergestützte Visiten und soll die Vernetzung mit den niedergelassenen Ärzten verbessern.

Stipendien für neue Ärzte

Das CTK hat sich auch neu strukturiert. So ist eine eigene Service-Tochtergesellschaft gegründet worden. Ein neues Diagnostikzentrum und eine Interediate-Care-Station wurden in Betrieb genommen.

Die Bauarbeiten gehen in diesem Jahr weiter. Bald entsteht im sechsten Bauabschnitt der umfangreichen Baumaßnahmen ein neues zentrales Gebäude mit klinischen Einrichtungen.

In Sachen Sektoren übergreifender Zusammenarbeit sieht der LKB-Chef die märkischen Krankenhäuser auf einem guten Weg. Er verweist unter anderem auf das Gesundheitszentrum des Städtischen Klinikums Brandenburg.

Es führte die eigenen Medizinischen Versorgungszentren verschiedener Standorte zusammen und nahm zusätzlich andere Arztpraxen und gewerbliche Gesundheitsanbieter auf.

Im Mai 2012 arbeiteten dort schon 19 angestellte Ärzte des Gesundheitszentrums Brandenburg, eine Zahnärztin, eine Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgin und acht freiberufliche Ärzte.

Physiotherapie, Ergotherapie, Logotherapie und andere Angebote für ältere Patienten sind ebenfalls unter einem Dach.

Schrecks Fazit: "So gesehen war es nicht nur ein schwieriges, sondern auch ein erfolgreiches Jahr für die Krankenhäuser." Als besondere Herausforderung bezeichnete der LKB-Chef den wachsenden Ärztemangel.

Der mache nicht mehr nur kleineren Häusern in der Fläche, sondern auch städtischen Kliniken zu schaffen. Schreck verwies darauf, dass manche märkischen Krankenhäuser Stipendien an Medizinstudierende vergeben und die LKB bereits zum dritten Mal eine Infobörse veranstaltet hat.

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