Ärzte Zeitung, 14.01.2013

OP-Skandal

Ganzes Arsenal im Patient zurückgelassen

HANNOVER. Nach einer Operation in einer Klinik in Hannover sind im Körper eines Mannes 16 Fremdkörper entdeckt worden. Darunter eine OP-Nadel und diverses Verbandsmaterial, so die Medizinrechtler Annette Corinth, die die Hinterbliebenen des Patienten vertritt.

"Ein solches Ausmaß von Fremdkörpern, die nach einer OP im Körper vergessen wurden, ist in der medizinischen Fachliteratur einmalig." Der Mann war im April 2012 gestorben.

Entdeckt wurden die Gegenstände Monate nach der Operation im Henriettenstift in Hannover, wo dem 74-Jährigen ein künstlicher Darmausgang gelegt wurde. Seit 2010 gibt es Streit um Schmerzensgeld.

Der Hausarzt attestierte dem Patienten, dass die groben Behandlungsfehler entscheidend zu seinem schlechten Zustand beigetragen hätten. Die Versicherung der Klinik und des operierenden Arztes, die VGH, bot dem Mann zunächst nur 500 Euro Schmerzensgeld.

"Das ist ein Skandal", sagte die Anwältin. Inzwischen werden den Hinterbliebenen 15.000 Euro geboten. Dies sei aber nicht als Schuldeingeständnis zu werten, erklärte die VGH. Von der Klinik war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »

Wer nicht hören will, den soll die Kita künftig melden

Prävention mit Drohgebärden: Künftig will das Bundesgesundheitsministerium nicht nur mit Bußgeld drohen, sondern auch die Kitas einspannen, um die Verweigerer einer verpflichtenden Impfberatung herauszufischen. mehr »