Ärzte Zeitung, 27.02.2013

Kommentar

Kliniken in der Zwickmühle

Von Matthias Wallenfels

Der Aufschrei ist wieder einmal groß. 162 000 Vollzeitjobs fehlen an deutschen Kliniken, will die Gewerkschaft verdi herausgefunden haben, gibt aber Schwächen an ihrem Berechnungsmodell zu. Gleichzeitig fordert verdi eine stabile Krankenhausfinanzierung.

Letzteres ist der eigentliche Knackpunkt der Geschichte. Denn viele Krankenhäuser können unter dem Diktum der Wirtschaftlichkeit und Gewinnerzielung schlicht kein zusätzliches Personal anstellen.

Diesen Schluss lässt zumindest eine nicht repräsentative, aber aussagekräftige Umfrage unter Klinikmanagern in Deutschland zu, die die Unternehmensberatung Inverto durchgeführt hat.

Demnach verzeichnen 80 Prozent der Umfrageteilnehmer Kostensteigerungen im vergangenen Jahr in ihren Häusern zwischen zwei und zehn Prozent.

Das Dilemma zwischen Leistungsausweitung und Sparkurs ist programmiert. Zwar haben Kliniken mit dem ab 2013 für die akutstationäre Versorgung geltenden Orientierungswert eine bessere finanzielle Planungsgrundlage als unter dem bisherigen Kassenplus in Anlehnung an die Grundlohnrate.

Mit zwei Prozent mehr Geld lassen sich aber nur mit höchst innovativen Ansätzen gleichzeitig mehr Personal anstellen und Kostenblöcke begrenzen.

Lesen Sie dazu auch:
Klinikmanager unter Druck: Orientierungswert wird zum Damoklesschwert

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Im Sushi war der Wurm drin

Der Hinweis aufs Sushi brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Statt den Patienten wegen Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, führten sie eine Gastroskopie durch. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Importierte Infektionen führen leicht zu Diagnosefehlern

Wann muss ein Arzt für eine Fehldiagnose gerade stehen? In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Frankfurt gegen einen Arzt. mehr »