Ärzte Zeitung, 26.03.2013

Elblandkliniken

Fünf-Sterne-Hotel eröffnet!

Die kommunalen Elblandkliniken betreiben in Meißen jetzt auch ein Hotel - mit Weinkeller, Panoramaterrasse, Bibliothek und Clubraum. Wenn alles gut geht, kann das Haus die Klinikgruppe sogar quersubventionieren.

Von Thomas Trappe

Fünf-Sterne-Hotel eröffnet!

Neues Mobiliar und ein offener Kamin sorgen für die stilvolle Atmosphäre des Hotels.

© Elblandkliniken

MEIßEN. An Tochterunternehmen und Beteiligungen mangelt es den Elblandkliniken schon lange nicht. Das kommunale Unternehmen mit Kliniken in Radebeul, Riesa und Meißen gehört dem Landkreis Meißen.

Drei MVZ werden von der Elbland Polikliniken GmbH betrieben. Zu dieser gehört wiederum ein Labor, die Elblab GmbH, und die Elbland Augenzentrum GmbH. Man könnte sagen, wer im Kreis Meißen zum Arzt geht, landet bei den Elblandkliniken.

Und seit Neuestem gilt: Wer in Meißen Urlaub macht, der kann sich auch an das Unternehmen wenden. Denn die Elblandkliniken betreiben nun auch ein Hotel - in Form der Elbland Service und Logistik GmbH.

Haus stand länger leer

Den Domherrenhof in Meißen gibt es seit dem 12. Jahrhundert. Bis zur Kreisreform 2008 hielt der Kreis hier seine Kreistagssitzungen ab - danach war das Haus zu klein und stand leer. Der Landkreis als Besitzer suchte seitdem einen Käufer.

Schließlich ließen sich die Elblandkliniken überzeugen, auch wenn man sich dort zunächst skeptisch zeigte. Es sei "nicht Aufgabe eines Klinikunternehmens, Hotels zu bauen und Restaurants einzurichten", erklärte Markus Funk, Vorstand der Elblandkliniken, zur Einweihung vor wenigen Wochen.

"Wir wären auch nie und nimmer auf die Idee gekommen, so etwas zu planen, wäre uns nicht dieser Domherrenhof angeboten worden."

Ausbildung des eigenen Personals

Fünf-Sterne-Hotel eröffnet!

Der Domherrenhof ist nicht nur ein Hotel, hier wollen die Elblandkliniken auch ihr Personal schulen.

© Elblandkliniken

Das Fünf-Sterne-Hotel soll vorrangig der Ausbildung des eigenen Personals dienen. 2011 habe man beschlossen, für die Elbland Akademie Stiftung - ein weiterer Zweig des Unternehmens - eine Immobilie zu kaufen, erklärt Firmensprecherin Daniela Bollmann.

Gesucht wurde ein Haus "für Aus-, Fort- und Weiterbildungen", außerdem "Tagungsmöglichkeiten und eine gastronomische Versorgung".

"Es gehe dabei auch um die Nachwuchsgewinnung, wie Klinikchef Funk zuvor erklärte: "Wir wollen unser Fachpersonal zu einem möglichst großen Teil selbst heranbilden und müssen dafür auch etwas bieten."

500.000 Euro zahlte die Klinik für das Haus, es wurde danach umfangreich saniert. Entstanden ist eine Luxus-Immobilie. Weinkeller, Panoramaterrasse, Bibliothek und Clubraum werden in der Hotel-Beschreibung angeführt - und vor allem eine beeindruckende Innenausstattung.

"In den Zimmern finden sich eigens maßgefertigte Möbel. Zeitgenössisches Design trifft auf historisches Ambiente". Gäste nehmen Platz "in klassischen Sofas mit Louis-Seize-Sesseln aus Kunstharz".

Das Restaurant gibt sich lokalpatriotisch. "Unsere Speisekarte ist eine Hommage an die Region", erklärte Hotelchef Philipp Fritz Veigele zur Eröffnung.

Sein Ziel: Der Domherrenhof "soll zu einer Edelmarke werden". Acht Doppelzimmer gibt es im Hotel, außerdem drei Konferenz- und Schulungsräume und einen Veranstaltungssaal.

Deal in schwierigen Zeiten

Die Investitionen in eine "Edelmarke" sind freilich nicht ohne Beigeschmack. Schließlich handelt es sich bei den Elblandkliniken um kommunales Eigentum.

Ein Verlust aufgrund eines Hotelkaufs wäre im Landkreis nur schwer zu vermitteln, zumal erst kürzlich Personal entlassen werden musste und künftig große Summen für Investitionen - vor allem einen Klinikneubau in Riesa - notwendig sind.

Bollmann erklärte dazu, dass beim Hotel nicht mit Verlusten zu rechnen sei. Im Gegenteil. Es werde "ab 2014 ein positiver Deckungsbeitrag erwartet, welcher der Elblandkliniken-Gruppe Zugute kommt".

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