Ärzte Zeitung online, 22.08.2013

Krankenpflege

Asklepios liegt mit Tunesiern über Kreuz

Klinikbetreiber steigt aus Ausbildungspilotprojekt TAPiG aus.

HAMBURG. Nur knapp ein Jahr nach dem Start des deutsch-tunesischen Pilotprojektes "Transformationspartnerschaft im Gesundheitswesen" (TAPiG) ist der private Krankenhausbetreiber Asklepios Kliniken Hamburg GmbH aus dem Vorhaben ausgestiegen.

Wie Asklepios mitteilt, hätten unüberbrückbare Differenzen zwischen den tunesischen Projektteilnehmern und dem Klinikbetreiber bestanden.

Das Pilot-Projekt TAPiG sollte jungen Tunesiern Ausbildungs-, Arbeits- und Aufenthaltsmöglichkeiten in Deutschland bieten und dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirken.

Die Tunesier hätten dabei eine dreijährige Berufsausbildung als Krankenpfleger erhalten - mit Vergütung nach Tarif. "Für die Asklepios Kliniken Hamburg als weltoffener Arbeitgeber ist das innovative TAPiG-Projekt ein weiterer Meilenstein, den Integrationsprozess von Zuwanderern voranzutreiben und eine Kultur des Miteinanders zu fördern", hieß es offiziell zum Projektstart auf der TAPiG-Website.

Nach einer halbjährigen Vorbereitungsphase mit Sprachkursen und einem Integrationsprogramm in Deutschland zeigten sich laut Asklepios jedoch Differenzen zwischen den Erwartungen der Kursteilnehmer und der tatsächlichen Umsetzung des Projekts.

"Da die Unterschiede in den Erwartungen offenkundig unüberbrückbar sind, zieht sich der Arbeitgeber, die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, aus dem Projekt zurück", verlautete es nun aus Hamburg. Auf Nachfragen der "Ärzte Zeitung" reagierte Asklepios bis Redaktionsschluss nicht.

Wie es in einer Mitteilung indes heißt, könne TAPiG in den Asklepios Kliniken auch nicht mehr mit weiteren Kursen fortgeführt werden. Denjenigen Teilnehmern aus den ersten beiden Kursen, die ihre Ausbildung innerhalb der vereinbarten Rahmenbedingungen fortsetzen wollten, werde dies jedoch ermöglicht.

In Sachen Integration will die Klinikkette allerdings nicht die Tür zuschlagen. Für die Zukunft schließe Asklepios die Teilnahme an ähnlichen Projekten nicht kategorisch aus, es bedürfe allerdings anderer Voraussetzungen. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »