Krankenpflege

Asklepios liegt mit Tunesiern über Kreuz

Klinikbetreiber steigt aus Ausbildungspilotprojekt TAPiG aus.

Veröffentlicht:

HAMBURG. Nur knapp ein Jahr nach dem Start des deutsch-tunesischen Pilotprojektes "Transformationspartnerschaft im Gesundheitswesen" (TAPiG) ist der private Krankenhausbetreiber Asklepios Kliniken Hamburg GmbH aus dem Vorhaben ausgestiegen.

Wie Asklepios mitteilt, hätten unüberbrückbare Differenzen zwischen den tunesischen Projektteilnehmern und dem Klinikbetreiber bestanden.

Das Pilot-Projekt TAPiG sollte jungen Tunesiern Ausbildungs-, Arbeits- und Aufenthaltsmöglichkeiten in Deutschland bieten und dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirken.

Die Tunesier hätten dabei eine dreijährige Berufsausbildung als Krankenpfleger erhalten - mit Vergütung nach Tarif. "Für die Asklepios Kliniken Hamburg als weltoffener Arbeitgeber ist das innovative TAPiG-Projekt ein weiterer Meilenstein, den Integrationsprozess von Zuwanderern voranzutreiben und eine Kultur des Miteinanders zu fördern", hieß es offiziell zum Projektstart auf der TAPiG-Website.

Nach einer halbjährigen Vorbereitungsphase mit Sprachkursen und einem Integrationsprogramm in Deutschland zeigten sich laut Asklepios jedoch Differenzen zwischen den Erwartungen der Kursteilnehmer und der tatsächlichen Umsetzung des Projekts.

"Da die Unterschiede in den Erwartungen offenkundig unüberbrückbar sind, zieht sich der Arbeitgeber, die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, aus dem Projekt zurück", verlautete es nun aus Hamburg. Auf Nachfragen der "Ärzte Zeitung" reagierte Asklepios bis Redaktionsschluss nicht.

Wie es in einer Mitteilung indes heißt, könne TAPiG in den Asklepios Kliniken auch nicht mehr mit weiteren Kursen fortgeführt werden. Denjenigen Teilnehmern aus den ersten beiden Kursen, die ihre Ausbildung innerhalb der vereinbarten Rahmenbedingungen fortsetzen wollten, werde dies jedoch ermöglicht.

In Sachen Integration will die Klinikkette allerdings nicht die Tür zuschlagen. Für die Zukunft schließe Asklepios die Teilnahme an ähnlichen Projekten nicht kategorisch aus, es bedürfe allerdings anderer Voraussetzungen. (maw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Abrechnungsstreit

Bayerns Sozialgerichte klagen über Prozessflut

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Urogenitale Malignome

Akute Zystitis kann auf künftigen Krebs hinweisen

Lesetipps
Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Ein Mann mit naßgeschwitztem Gesicht und Hemd tupft sich mit einem Tuch die Stirn ab.

© Creatas / Thinkstock

Stufenschema

Das große Schwitzen: Strukturiert gegen Hyperhidrose vorgehen