Ärzte Zeitung, 06.09.2013

Kieler Klinikjubiläum

Ehrwürdiges Haus, moderne Medizin

125 Jahre Augenklinik am Uniklinikum in Kiel: Der Sprung in die moderne Augenheilkunde wurde mit Steuergeldern geschafft.

KIEL. Seltenes Klinikjubiläum in Kiel: die Klinik für Ophthalmologie am UKSH besteht seit 125 Jahren.

Klinikdirektor Professor Johann Roider verwies anlässlich des Jubiläums auf die kontinuierliche Klinikarbeit trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit zwei Kriegen und Wirtschaftskrisen.

Eröffnet wurde die Klinik für Augenheilkunde im Dezember 1888 in dem Gebäude, in dem sie sich bis heute befindet. Zur Erinnerung: Bis zur Gründung der Augenklinik war die Augenheilkunde kein eigenes Fach, sondern in der chirurgischen Klinik integriert.

Der letzte Professor für Chirurgie und Augenheilkunde, Johann Friedrich August von Esmarch, sorgte dafür, dass in Kiel eine eigenständige Augenklinik entstand. Erster Klinikdirektor wurde 1888 Professor Carl Völckers, der das Haus zu einer anerkannten Lehrstätte entwickelte.

Unter der Leitung Roiders, der die Klinik seit 2002 leitet, ist es nach Auffassung des UKSH gelungen, die Klinik an die modernen Entwicklungen der Augenheilkunde anzupassen.

Hinter der ehrwürdigen Fassade verbirgt sich inzwischen eine hochmoderne Klinik, die seit 2010 aus Mitteln des Konjunkturpaketes II in weiten Teilen saniert worden ist.

Insgesamt 76 Mitarbeiter

Heute ist das Haus mit 40 Betten und 17.500 ambulanten sowie über 3500 stationären Patientenkontakten im Jahr 2012 die nach eigenen Angaben größte vollversorgende Klinik für Augenheilkunde in Schleswig-Holstein. 76 Mitarbeiter, davon 22 Ärzte und Wissenschaftler, werden beschäftigt.

Dabei reicht das Spektrum von allen Routinebehandlungen über die Versorgung von Netzhautablösungen und Hornhauttransplantationen bis zur Versorgung schwerster Unfälle. Betrieben wird die konservative und chirurgische Retinologie, Glaukomtherapie, Strabologie und Kinderophthalmologie.

Im diagnostischen Fokus stehen hochauflösende, konfokale Bildgebungsverfahren. Kernpunkte der Forschung sind altersbedingte retinale Erkrankungen und Makuladegeneration sowie Entzündungen des vorderen und hinteren Augenabschnittes.

Jährlich werden bis zu 240 Studenten in verschiedensten Lehrveranstaltungen, Vorlesungen und Unterricht am Krankenbett mit der Augenheilkunde vertraut gemacht. (di)

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