Ärzte Zeitung, 24.01.2014

BKK-Verband Bayern

Zu viele Kliniken in Großstädten?

MÜNCHEN. Den Abbau von Überversorgung im Krankenhausbereich vor allem in den städtischen Zentren hat der BKK Landesverband Bayern gefordert.

Die Wahrscheinlichkeit im Krankenhaus behandelt zu werden sei in Großstädten überproportional größer als auf dem Land, teilten die bayerischen Betriebskrankenkassen mit. Der durchschnittliche Großstadtbewohner verursache neun Prozent mehr an Leistungsausgaben im Krankenhaus als der Landbewohner.

Die Krankenhausfälle je Versicherten lägen in der Großstadt sogar um 16 Prozent höher. Dass die Großstadtbewohner im Schnitt etwas kränker sind, erkläre den Unterschied nur zum geringen Teil, teilte der Verband zu den Ergebnissen einer Auswertung von über zwei Millionen Versichertendaten mit.

In der Diskussion um Ärztemangel und mutmaßliche Unterversorgung gerate die Überversorgung in den Großstädten völlig aus dem Blick, erklärte Sigrid König, Vorständin des BKK Landesverbandes.

"Die Bevölkerung und die Gesundheitslandschaft kranken akut an der Überversorgung in den städtischen Zentren. Das Überangebot verschwendet durch den Wettbewerb um den Patienten nicht nur Ressourcen, es führt auch zu einer gefährlichen Übertherapierung. Hierdurch müssen sich die Patienten unnötigen und daher oft schädlichen Behandlungen unterziehen", sagte König. Grund dafür seien Fehlanreize in der Finanzierung stationärer Leistungen. (sto)

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