Ärzte Zeitung, 23.10.2014

Kommentar zur Uniklinik Mannheim

Gutes Signal

Von Ingeborg Bördlein

Das Maß war voll. Alfred Dänzer, seit 2005 Geschäftsführer des Uniklinikums Mannheim, musste die Konsequenzen ziehen und gehen. Obwohl die Staatsanwaltschaft noch gegen Unbekannt "wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Medizinproduktegesetz" ermittelt, sind die Missstände im Hygienebereich von OP-Sälen am Klinikum derart schwerwiegend, dass der Geschäftsführer dafür die Verantwortung übernehmen muss.

Das ist ein wichtiger Schritt, um einen Neuanfang zu ermöglichen und die Verunsicherung und den Vertrauensverlust unter den Klinikmitarbeitern, Patienten - ja auch den Aufsichtsratsmitgliedern und der Medizinischen Fakultät - wieder zu kompensieren.

Freilich stand der Geschäftsführer wegen seines strikten Sparkurses schon lange in der Kritik. Und: Sein Krisenmanagement bei Bekanntwerden der Vorwürfe war nicht von Transparenz geprägt. Er redete die Missstände klein, obwohl sie hausintern schon lange angeprangert wurden. Unverständlich, dass sie nicht an ihn gedrungen sind.

Dieser Neuanfang ist ein gutes Signal dafür, nun die überfällige Neustrukturierung der Geschäftsführung, die mit dem Land schon lange verhandelt wird, voranzutreiben und endlich ärztlich-wissenschaftliche Expertise darin zu installieren.

Lesen Sie dazu auch:
Hygiene-Mängel: Chef der Mannheimer Uniklinik räumt seinen Stuhl

[25.10.2014, 17:10:08]
Dr. Helmut Müller 
Gutes Signal und Neuanfang ...
... sind wohl die falschen Begrifflichkeiten. In der Uniklinik Mannheim dokumentiert sich der ganze Wahnsinn einer völlig verfehlten Gesundheitspolitik! Es ist erstaunlich, dass nicht schon häufiger und auch anderenorts derartige Vorkommnisse zu verzeichnen war. Wer, wie Politik und Krankenkassen, im Gesundheitswesen Wettbewerb und Kostendämpfung ständig beschwört, muss wissen, dass nahezu der einzige Sektor in dem sich Kosten sparen lassen, der Personalsektor ist. Über 60% der Budgetanteile entfallen auf Personalkosten und genau dort wurde und wird noch immer kräftig der Rotstift angesetzt. Und da werden gern mal ungelernte oder Hilfskräfte anstelle von - teureren - Fachkräften eingestellt. Das ist beim Hygienepersonal so, das ist immer öfter beim Pflegepersonal der Fall und bei sonstigen Gruppen im Krankenhaus wie Reinigungskräfte oder Küchenpersonal schon längst. Und wenns denn schief geht: Baueropfer finden sich schnell, aber die eigentlichen Übeltäter in Politik und Kassenverbänden müssen - leider - keine Konsequenzen befürchten. Von der Medizin wird permanent mehr Qualität eingefordert - wo bleibt die Qualität in den politischen Vorgaben??  zum Beitrag »
[24.10.2014, 22:53:34]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
@Von Ingeborg Bördlein, schön,
dass Sie ihre Meinung geändert haben. zum Beitrag »

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