Ärzte Zeitung online, 11.09.2015

Gassen

Kliniken nicht mit "unechten Notfällen" füllen

Sollen Kliniken mehr Geld zur Behandlung ambulanter Notfälle bekommen? Die Frage löst einen Schlagabtausch zwischen KBV-Chef Gassen und dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aus.

BERLIN. Schwach ausgelastete Krankenhäuser sollen eher geschlossen, als durch "unechte Notfälle gefüllt" werden. Das fordert der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dr. Andreas Gassen in einer aktuellen Mitteilung.

Gassen reagiere damit auf eine Äußerung des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Georg Nüßlein.

Dieser habe gefordert, dass Kliniken mehr Geld für die Behandlung ambulanter Notfälle bekommen sollen, da niedergelassenen Ärzte immer mehr Patienten auf Station schicken würden. "Das ist eine Fehleinschätzung", sagt Gassen.

Es treffe teilweise das Gegenteil zu: In Gebieten mit einer hohen Versorgungsdichte im ambulanten Bereich seien die stationären Notfallzahlen - einer Studie des IGES-Instituts zufolge - besonders niedrig.

Der KBV-Chef: "Wenn Krankenhäuser ihre Notfallaufnahmen aktiv bewerben, ist es kein Wunder, dass Patienten diese Einrichtungen auch nutzen, obwohl sie keine Notfälle sind." (eb)

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