Ärzte Zeitung, 29.01.2016

Arzneiforschung

29-jährige Pathologin mit großem Einfluss

Eine bahnbrechende Arzneientwicklung katapultiert eine Forscherin des Uniklinikums Heidelberg auf die "Forbes"-Liste.

HEIDELBERG. Das Universitätsklinikum Heidelberg verfügt mit Dr. Elena-Sophie Prigge über eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in Europa unter 30 Jahren.

Die Wissenschaftlerin am Pathologischen Institut der Uniklinik hat es auf die neue Liste des US-amerikanischen Wirtschaftmagazins "Forbes" geschafft: Die Liste "30 Under 30 Europe" benennt in zehn Kategorien jeweils 30 junge Menschen aus ganz Europa unter 30 Jahren, die sich in besonderer Weise hervorgetan und ihre innovativen Ideen erfolgreich umgesetzt haben.

Laut Uniklinik hat die 29-jährige Ärztin mit ihrem Gründerteam "ViMREX" eine neue Lokaltherapie gegen Krebsvorstufen, die durch humane Papillomaviren verursacht werden, entwickelt. Derzeit bereite das Team unter Mentor Professor Magnus von Knebel Doeberitz die erste klinische Prüfung des Medikaments vor.

Der Wirkstoff lösche wichtige Informationen auf dem Erbgut der Viren, woraufhin diese ihre kanzerogenen Eigenschaften verlieren. "Gefährliche Veränderungen im befallenen Gewebe können so rückgängig gemacht werden.

Das könnte in Zukunft vielen Patientinnen chirurgische Eingriffe ersparen", erklärt Prigge. Durch die Lokaltherapie könnten Patienten effektiver, nachhaltiger und kostengünstiger behandelt werden, hofft sie.

Bisher gibt es noch kein zugelassenes Medikament, das die Entwicklung von HPV-Krebsvorstufen zum invasiven Tumor stoppt. Prigges Team verfüge bis 2017 über Bundesfördermittel in Höhe von 600.000 Euro. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Vier von zehn Diabetes-Fälle ließen sich verhindern

Durch Abspecken von drei bis sechs Kilo in der Bevölkerung ließen sich 40 Prozent der Diabetesfälle verhindern. mehr »

Patientenakte wird zum Herzstück der Digitalisierung

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will bei der Digitalisierung weiter aufs Tempo drücken. Die elektronische Patientenakte wird dabei zum Motor der Vernetzung. mehr »

Lücken in der Hausarztmedizin wachsen

Gegenläufige Trends kennzeichnen die Bundesärztestatistik für 2016: Die Zahl der Ärzte erreicht ein neues Rekordhoch. Doch der Zuzug ausländischer Ärzte kompensiert die Probleme der Überalterung kaum. mehr »