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Klinik

Software gegen den Pflege-Engpass

Der Fachkräftemangel in der Pflege lässt sich durch eine bessere Personalplanung mildern. Eine neue Software bindet dabei die Pflegekräfte aktiv ein.

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BERLIN. Wie Software und vor allem eine vernetzte Kommunikation auch das knappe Personal in der Pflege entlasten kann, war eines der großen Themen auf der Gesundheits-IT-Messe conhIT. Der IT-Anbieter Allocate Software setzt dabei auf einen dynamischen Dienstplan, an den die Mitarbeiter direkt via Smartphone angebunden werden und eigene Vorschläge einbringen können.

Das System stammt aus Großbritannien: "202 Kliniken im National Health Service nutzen es bereits", sagte Andreas Kumbroch, Geschäftsführer der deutschen Firmenniederlassung, der Allocate Software GmbH in Dortmund. Die Softwaresuite Optima verbindet zwei Elemente: Sie liefert dem Klinikmanagement und der Stationsleitung über eine Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung eine vollständige Dienstplanung. Dabei greift das System über Schnittstellen auch auf das Klinikinformationssystem (KIS) und, wenn gewünscht, auf die Personalsoftware zu. Denn Optima arbeite nicht nur mit den Dienstzeiten des Pflegepersonals. "Wir erfassen für die Personalplanung auch die Fähigkeiten der Mitarbeiter", so Kumbroch. Dadurch solle das Personal an der richtigen Stelle in der Pflege eingesetzt werden.

Via App, die über Smartphone oder Web-Browser genutzt werden kann, können die Mitarbeiter jederzeit und auch zu Hause ihren Dienstplan einsehen. Spannend ist aber vor allem, dass sie, wenn sie kurzfristig Kapazitäten haben, auch Dienste beantragen können. Ebenso wie freie Tage oder Fortbildungen. Gleichzeitig kann die Stationsleistung kurzfristige Springer-Anfragen über die App senden. Damit sinkt der Abstimmungsaufwand. "Und die Mitarbeiter können sich aktiver in den Dienstplan einbringen", ist sich Kumbroch sicher.

Zusätzlich erlaubt das System für die Stationen Detailauswertungen wie das durch die Planung gewährleistete Verhältnis von Pflegekräften zu Patienten. Da ermittelt wird, wie hoch der tatsächliche Pflegebedarf an den einzelnen Tagen ist (diese Daten stammen nach der Bettenbelegung und Krankheitsschwere aus dem KIS), können Personalknappheit oder auch -überhänge in einzelnen Stationen in Stunden angezeigt werden. Daneben können sich die Stationsleiter den monetären Wert von Über- und Unterkapazitäten anzeigen lassen. Und vor allem Dienstpläne kurzfristig anpassen. Erst seit Februar ist Allocate mit dem System auch in Deutschland auf dem Markt. Laut Kumbroch gibt es bereits erste Anfragen von Kliniken.

Die conhIT feierte in diesem Jahr übrigens ihr zehntes Jubiläum. Mit positiver Bilanz: Rund 500 Aussteller und 9500 Teilnehmer aus aller Welt tauschten sich vom 25. bis 27. April auf dem Messegelände Berlin über vernetzte Versorgung aus. (reh)

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