Ärzte Zeitung, 09.04.2014

Teststreifen

Bei Sportlern müssen die Blutzuckerwerte sitzen

Nicht jedes Blutzuckermesssystem taugt für jeden Diabetiker. Es empfiehlt sich ein individuelles Vorgehen.

NEU-ISENBURG. Die Abweichungen der Blutzuckermesswerte von den tatsächlichen Werten können je nach Gerät erheblich sein: Bei Geräten, die nicht nach der neuen DIN-ISO-Norm zertifiziert sind, liegen die Abweichungen bei bis zu 60 Prozent, 30 Prozent nach oben und 30 Prozent nach unten, so die Erfahrung von Diabetologe Dr. Michael Böhmer aus Warburg. Vor allem bei Werten, die deutlich vom Normalwert abweichen, seien die Ungenauigkeiten teilweise erheblich.

Je nach individuellen Gegebenheiten achtet Böhmer daher besonders darauf, dass die Patienten auf jeden Fall nach der neuen Norm ISO 15197 zertifizierte Geräte bekommen, die nur eine halb so hohe Abweichung zulässt.

Ein Beispiel: sportaktive Diabetiker. Nach längerer sportlicher Betätigung sei es besonders wichtig, dass die Messung ganz genau ist, damit keine Unterzuckerungen auftreten.

Auch für Menschen, die ständig über Zeitzonen hinweg unterwegs seien, sei eine möglichst genaue Messung extrem wichtig. Ebenso sieht es bei Schwangeren mit Gestationsdiabetes aus - hier müssten die Mutter und der Fötus geschützt werden.

Nicht zuletzt brauchen Patienten mit Rheuma-Händen Geräte, die für sie bedienbar sind, betont der Diabetologe.

Routine ist bei Böhmer, dass jeder Patient einmal im Jahr sein Gerät gegen den in der Praxis nass-chemisch erhobenen Laborwert abprüft. Ist die Abweichung zu groß, ist ein neues Gerät fällig. Zwischendurch könnten Patienten auch mit Eichlösungen der Hersteller überprüfen, ob ihr Gerät noch genau misst. (ger)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »