Ärzte Zeitung, 10.02.2015

Diagnostik

Stada setzt auf Schnelltest für Ebola-Gebiete

Ab März erweitert Stada seine Diagnostikpalette um einen Schnelltest zum Ebola-Nachweis.

BAD VILBEL/WEIMAR. Der Bad Vilbeler Gesundheitskonzern Stada reagiert auf die gegenwärtige Ebola-Krise in Westafrika und sieht Potenzial bei einem Engagement in diesem Bereich.

Wie das Unternehmen mitteilt, werde die Vertriebslinie Stadapharm ab März den weltweiten Vertrieb eines geräteunabhängigen Ebola-Schnelltests übernehmen und damit die Produktlinie Stada Diagnostik um ein weiteres Anwendungsgebiet ergänzen.

Der neue Schnelltest weise innerhalb weniger Minuten eine Ebola-Infektion im fortgeschrittenen Stadium nach und sei ausschließlich zur Anwendung durch medizinische Fachkräfte bestimmt.

Die Entwicklung und Produktion verantworte die Senova Gesellschaft für Biowissenschaft und Technik, ein auf immunologische Schnelltests spezialisiertes Unternehmen aus Weimar.

Nach Aussage von Stadapharm-Geschäftsführer Lothar Guske können infizierte Personen mit dem Screeningtest innerhalb kürzester Zeit erkannt, von ihrem Umfeld isoliert und weitere Diagnoseschritte eingeleitet werden.

"Das beschleunigt und erleichtert das Quarantänemanagement in den Katastrophengebieten", verdeutlicht Guske.

Der Ebola-Schnelltest basiere auf dem Lateral-Flow-Prinzip und funktioniere auch unabhängig von der Stromversorgung.

Als Probenmaterial für den Nachweis des hochvirulenten Erregers eigne sich unter anderem Serum, das zum Beispiel aus einer mechanisch aufbereiteten Blutprobe gewonnen werde.

Für die Analyse muss die Probe laut Stada nur auf das Testsystem aufgetragen werden. Danach werde über einen Antigennachweis Auskunft über das Vorliegen einer Ebola-Infektion im fortgeschritten Stadium gegeben.

Die Sicherheit des Tests sei anhand hunderter Realproben in Guinea validiert. Ein zentrales Anwendungsgebiet könnte die Untersuchung von toten Ebola-Opfern sein. Der Test koste netto 3,20 Euro. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »