Ärzte Zeitung online, 20.11.2015

Medizintechnik

Verordnung eher Bremser als Sprinter?

Die angedachte Form der Nutzenbewertung von Medizinprodukten wird der Investitionsstau in Kliniken verschärfen, warnt ein Branchenverband.

DÜSSELDORF. Wirkt die voraussichtlich zum 1. Januar 2016 in Kraft tretende Medizinproduktemethoden-Bewertungsverordnung (MeM-BV) als Investitionsbremse in deutschen Kliniken?

Dahingehende Befürchtungen äußerte nun der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) auf der weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf.

Die MeM-BV steckt für den Gemeinsamen Bundesausschuss die Leitplanken ab für eine strengere Nutzenbewertung bestimmter Medizinprodukte der Risikoklassen IIb und III, wie zum Beispiel Herzschrittmacher (wir berichteten).

Die Bundesregierung erschwere mit der MeM-BV, die sich noch in der Ausarbeitung befindet, die Einführung innovativer Medizinprodukte in die Versorgung. Der ZVEI verwies darauf, dass die Kliniken in Deutschland seit langem unter einem ungedeckten Bedarf an medizintechnischer Ausstattung litten.

Der ZVEI-Fachverband Elektromedizinische Technik beziffert den Investitionsstau im Krankenhaus allein bei bildgebender Diagnostik auf 15 Milliarden Euro. "Angesichts dieser Investitionslücke muss die Schaffung von geeigneten Vergütungs- und Finanzierungssystemen oberste Priorität in der Gesundheitspolitik haben", fordert Dr. Michael Meyer, Vize-Vorsitzender des Fachverbands.

Die angedachten Verfahren zur Medizinprodukte-Nutzenbewertung enthielten nach wie vor Unsicherheiten, die für die MedTech-Branche kaum kalkulierbar seien. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »