Ärzte Zeitung, 23.02.2016

Forschungsgutachten

Mehr Mut zu Pflegerobotern empfohlen

BERLIN. Die Bundesregierung sollte eine explizite Robotikstrategie entwickeln, wie sie andere Länder bereits haben. Dabei sollte eine der wachsenden Bedeutung der Servicerobotik angemessene Förderung vorgesehen werden.

Zu dieser Empfehlung kommt die Expertenkommission Forschung und Innovatione (EFI) in ihrem vor Kurzem veröffentlichten Gutachten 2016 zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands. Die sehr starke Konzentration des Robotereinsatzes auf die Automobilindustrie in Deutschland sei kritisch zu beurteilen.

Förderprogramme sollten das Potenzial moderner Roboter für den Einsatz in Branchen jenseits der Automobilindustrie stärker berücksichtigen. An den Hochschulen müsse die Robotikforschung mehr Gewicht erhalten. Ausgründungen aus der Forschung sollten stärker als bisher unterstützt werden, so die EFI. Wichtig sei, verstärkt auch den Einsatz von Servicerobotern in den Blick zu nehmen. So verfolge Japan seit rund 30 Jahren bereits eine Pflegeroboterstrategie.

Auch die Medizinrobotik ist Teil der Servicerobotik und demonstriert ihr Potenzial, den Klinikalltag zu revolutionieren, wie der Bericht "World Robotics - Service Robots 2015" der International Federation of Robotics (IFR) zeigt. (maw)

[24.02.2016, 00:35:08]
Karin Koch 
Pflegeroboter sind Geldverschwendung
Sie werden niemals die Sensitivität, die Empathie und das Wissen um individuelle Einschränkungen - der Pflegepersonen gegenüber ihrer Patienten, ersetzen können.

Zunächst sollten den Pflegekräften mechanische und elektrische Hebehilfen zur Verfügung gestellt werden - und die Zeit - um diese Hilfen benutzen zu können!

Die Hebehilfen, die als japanische Robotik-Inovation angepriesen werden, gibt es schon seit langem - auch in Deutschland.
Allerdings heissen sie hierzulande: "Elektrische Hebelifter".

Diese Lifter könnten - schon seit vielen Jahren - dabei helfen, die Risiken von Bandscheibenschäden für pflegende Personen zu vermindern.

Zwei Hinderungsgründe gibt es dafür:
1. Die Krankenkassen, welche Kosten einsparen möchten, wehren sich gegen zusätzliche Ausgaben.
"Wenn es auch so geht" - gemeint, dass Pflegepersonen mit ihrer verletzlichen Wirbelsäule die Patienten "Herumwuchten" - kann man sich diese Kosten sparen.
2. Die geringe Zeit, die für die Pflege heutzutage zur Verfügung steht.
Pflegeheim- und Krankenhausbetreiber sind dazu angehalten eine "Pflege nach Zeit" abzurechnen.

Es benötigt MEHR ZEIT - um Patienten - rückenschonend in einem Lifter zu transportieren!

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »