Ärzte Zeitung, 21.04.2016

Studie

München ist Medizintechnik-Hochburg

Eine aktuelle Studie stellt die Region München als einen wesentlichen deutschen Standort der Wachstumsbranche Medizintechnik heraus.

MÜNCHEN. Die Region München zählt zu den produktivsten Standorten für Medizintechnik in Deutschland. Das belegt eine vor Kurzem veröffentlichte, im Auftrag des Münchner Referats für Arbeit und Wirtschaft von der Consultic Marketing & Industrieberatung GmbH durchgeführte Studie.

Die Quellen waren neben der Zweitauswertung relevanter Statistiken 79 Interviews und 25 Expertengespräche mit Branchenvertretern.

Demnach arbeiten in der Münchner Region insgesamt etwa 21.000 Fachkräfte für 350 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 4,1 Milliarden Euro. Bei den Herstellern beträgt der Münchner Marktanteil in Bayern etwa ein Viertel, wobei dieses Bundesland ein Drittel des deutschen Marktes und Deutschland ein Zehntel des Weltmarktes abdeckt.

Kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern stellen einen Großteil der Münchner Branche. Sie sind relativ jung, ein Viertel wurde ab dem Jahr 2000 gegründet.

Schwerpunkte der Hersteller sind Klinik- und Laborausstattung, Diagnostik- und Elektromedizingeräte sowie spezialisierte Medizin-IT und Software. Sie stellen insgesamt etwa drei Viertel der Produkte.

Die Hersteller erzielen fast zwei Drittel ihrer Einnahmen durch Exporte, meist ins europäische Ausland (71 Prozent der Exporte vor allem in EU-Länder), aber auch in die USA (16 Prozent) und nach China (8 Prozent ). Dieser Anteil ist dem für Bayern und das Bundesgebiet vergleichbar.

Zulieferer und Dienstleister von enormer Bedeutung

In der Münchner Region erwirtschaftet zudem jeder dritte Hersteller einen Umsatzanteil von 75 Prozent oder mehr im Ausland.

Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Stellenwert von Zulieferern und Dienstleistern. Sie stellen in der Region ein Drittel der Branchenfirmen und Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte davon sind in den Bereichen Beratung, IT/Software sowie Patente angesiedelt.

Die Hersteller zeigen Investitionsbereitschaft: Etwa vier von fünf investierten 2013 und 2014 insgesamt 125 Millionen Euro, im Durchschnitt 780.000 Euro pro Jahr.

Ein im Bundesvergleich hoher Anteil von 15 Prozent des Umsatzes fließt in Forschung und Entwicklung. Hersteller, Zulieferer und Dienstleister erwarten bis 2018 ein Wachstum von etwa 30 Prozent. Wesentliche Trends sehen sie in Digitalisierung, neuen Technologien, Datenvernetzung und IT-gestützter Medizin.

Als mögliche Herausforderungen identifizieren sie die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, Regulierungen wie die derzeit verhandelte EU-Medizinprodukteverordnung und die Erstattung von Leistungen im Gesundheitssystem. Verbesserungswünsche auf kommunaler Ebene sind eine höhere Flächenverfügbarkeit, mehr Beratung für Start-ups und größere regionale Vernetzung. (cmb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »