Ärzte Zeitung, 22.09.2016

Für Senioren entwickelt

Per E-Rollator durch die Galaxis

Vom E-Auto zum E-Rollator - Ein Startup hat einen elektronischen Rollator entwickelt, um Senioren eine längere Mobilität zu ermöglichen.

Von Kerstin Mitternacht

Per E-Rollator durch die Galaxis

Der von einem Startup entwickelte E-Rollator soll Ältere in ihrer Mobilität unterstützen.

© Jürgen Fälchle / fotolia.com

Per E-Rollator durch die Galaxis

Der E-Rollator "ello" soll in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen unterstützen.

© eMovements

FRANKFURT/MAIN. E-Autos, E-Bikes und jetzt auch ein E-Rollator. Das Startup eMovements hat "ello", einen elektronischen Rollator, entwickelt, der Senioren eine längere Mobilität ermöglichen soll, indem sie längere Strecken besser und sicherer zu Fuß bewältigen können.

"Die Idee kam dem Gründer-Team, das sich an der Universität kennengelernt hat, weil von einem der Gründer die Großmutter an einem Berg wohnte und sie es mit einem herkömmlichen Rollator kaum schaffte, zu sich nach Hause hochzukommen", sagt Alexander Giustolisi, der für IT und Vertrieb bei eMovements zuständig ist.

Das Team ist für die Entwicklung des E-Rollators eine Partnerschaft mit dem Robert-Bosch Krankenhaus in Stuttgart eingegangen. "Ärzte der Geriatrie standen uns mit Rat und Tat zur Seite", berichtet Giustolisi.

Marktreife binnen drei Jahren

An ello arbeitet das Team seit zweieinhalb Jahren: "Es gab in der Zeit einige Prototypen, die wir auch immer wieder verworfen haben", berichtet Giustolisi. Ende des Jahres komme ello jetzt auf den Markt. "Neben dem elektronischen Antrieb, der beim Fahren bergauf unterstützt, gibt der E-Rollator seinen Nutzern auch mehr Sicherheit und Komfort", sagt Giustolisi.

"Beim Laufen bergab gibt es eine automatische Bremse, die Senioren unterstützt und so vor Stürzen schützen kann", ergänzt er. Zudem gebe der SOS-Knopf mehr Sicherheit. Betätigt der Nutzer diesen, so wird an eine vorher festgelegte Kontaktperson eine SMS mit der Position übermittelt, sodass der Senior zum Beispiel abgeholt werden kann.

Auch bei Hindernissen, wie einer hohen Bordsteinkante, unterstützt ello den Nutzer. Über eine Aktivierungs-Mulde lässt sich der Rollator leichter anheben. "Auch bleibt ello auf Kopfsteinpflaster und unebenen Boden weniger hängen als herkömmliche Rollatoren, wie unsere Testpersonen berichtet haben", erklärt Giustolisi.

Der Motor laufe ohne Getriebe, wenn der Akku leer ist, könne man den Rollator trotzdem nutzen und auch der Notruf funktioniere noch, so Giustolisi.

Akkuladung dauert sechs Stunden

Insgesamt gibt es zehn Stufen mit denen sich die Geschwindigkeit regulieren lässt, maximal fährt ello vier bis fünf Stundenkilometer. Der Akku hält einen Tag. Die Akkuladung dauere etwa sechs Stunden.

Zur Ausstattung gehört zudem noch eine Hupe und Licht, so dass der Nutzer gesehen wird und auch selbst besser sieht. Zudem ist der Rollator klappbar und lässt sich höhenverstellen. Gebaut wird ello komplett in Deutschland. Die Kosten liegen in etwa in dem Bereich in dem sich auch Elektro-Fahrräder befinden, bei rund 2500 Euro.

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