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Gesundheitsforschung

EU-Preis für Diagnostiktest

Die EU-Kommission setzt Zeichen im Kampf gegen den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika.

Veröffentlicht:

LEUVEN. Ein Schnelltest, mit dem in weniger als zehn Minuten eine bakterielle Infektion festgestellt und entschieden werden kann, ob ein Patient ohne den Einsatz von Antibiotika auf sichere Weise behandelt werden kann, ist mit dem Horizon-Forschungspreis der EU ausgezeichnet worden.

"Überdosierung und Missbrauch von Antibiotika sind ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit. Wir werden dafür sorgen, dass dieser Test den Patienten so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt wird, so dass Antibiotika nur bei bakteriellen Infektionen und nicht für virale Infektionen eingesetzt werden, wo sie unwirksam bzw. unnötig sind", verdeutlichte der EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, Carlos Moedas, vor Kurzem bei der Verleihung des mit einer Million Euro dotierten Preises an der Universität Leuven.

Dadurch werde der Gefahr einer steigenden Resistenz gegen antimikrobielle Mittel entgegengewirkt.

Der einfache Diagnostiktest soll laut EU-Kommission ab 2018 für Patienten verfügbar sein. Entwickelt hat den Schnelltest der niederländische Medizintechnikanbieter Philips zusammen mit Diagnostics Development, einem Spin-off der Uppsala Universität in Schweden.

Die Diagnostiklösung basiere auf der Plattform Minicare I-20 von Philips und weise den Biomarker Human Neutrophil Lipocalin (HNL) in einem Bluttropfen nach.

Auf derselben Veranstaltung verlieh EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis den EU-Gesundheitspreis für Nichtregierungsorganisationen (NGO) zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz. Mit dem Preis werden laut Kommission herausragende NGO-Initiativen gewürdigt, die dazu beitragen, die von der Antibiotikaresistenz für die menschliche Gesundheit ausgehende Bedrohung zu verringern.

Der erste Preis in Höhe von 20.000 Euro ging an den Europäischen Verbraucherverband BEUC für seine Kampagne "From Farm to You", durch die das Bewusstsein für die Ursachen der Antibiotikaresistenz, wie den übermäßigen Einsatz von antimikrobiellen Mitteln bei Tieren und den Missbrauch und übermäßigen Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin, geschärft werde.

Der mit 15.000 Euro dotierte zweite Preis ging an die Organisationen "Alliance to Save our Antibiotics", "Compassion in World Farming" sowie "Soil Association". Den mit 10.000 Euro dotierten dritten Preis erhielt die "World Alliance Against Antibiotic Resistance" für ihre Kampagne "Acting to Preserve Antibiotics". (maw)

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