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Europäisches Patentamt

Erfinderpreis für Diagnostika-Tüftler

Drei der fünf Auszeichnungen beim diesjährigen Europäischen Erfinderpreis gingen an Forscher aus der modernen Medizin.

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VENEDIG. Beim diesjährigen Europäischen Erfinderpreis wurden Ende vergangener Woche mehrere Medizinprojekte gewürdigt. Ein Schwerpunkt dabei war das Thema Diagnostik: Mit einer neuen Methode zur Malaria-Erkennung gewann das Team um Jan van den Boogaart und Oliver Hayden die jährlich vom Europäischen Patentamt verliehene Auszeichnung in der Kategorie Industrie.

Dem holländischen Hämatologen und dem österreichischen Biochemiker gelang es, in einer umfangreichen Blutanalyse 30 relevante Parameter zu identifizierten. Wird ein Scan ihres Musters im Blut analysiert, ermöglicht das eine mit hoher Sicherheit korrekte Diagnose.

Der computergestützte, automatisierte Test erstellt in nur 30 Sekunden ein Ergebnis. Er ist damit genauer und effizienter als die übliche Mikroskop-Diagnostik.

500 Blutparameter im Blick

Entwickelt haben die Forscher den Test bei Siemens Healthineers in Erlangen und Den Haag. Ihr Verfahren läuft auf dem dort gebauten Blutscanner. Der hat das Potenzial, bis zu 500 Blutparameter zu erkennen.

an den Boogaart sucht bereits neue Muster für Sichelzellanämie und Promyelozytenleukämie. Auch der Scanner selbst soll weiterentwickelt werden – unter anderem soll die aktuelle Kühlschrank-Größe schrumpfen.

Die Optische Kohärenztomografie (OCT) brachte ihren Erfindern den ersten Preis in der Kategorie außereuropäische Staaten ein. Sie entstand am Massachusetts Institute of Technology. Die US-Ingenieure James G. Fujimoto und Eric A. Swanson kooperierten dabei mit dem deutschen Physiker Robert Huber.

Sie arbeiten schon seit den 1990ern an dem Verfahren und entwickeln es ständig weiter. OCT ermöglicht eine hochauflösende Bildgebung speziell für weiche Körpergewebe und Blutgefäße. Sie basiert auf der Reflexion eingeschickter Lichtstrahlen vom Gewebe. Damit ist sie sehr schonend und erfordert im Gegensatz zu Alternativen weder eine invasive Sondierung noch eine Biopsie.

Vor allem in der Augenheilkunde ist OCT mit mehreren Millionen Scans pro Jahr schon heute Standard zur Krankheits-Früherkennung. In den letzten Jahren werden adaptierte Varianten zudem immer mehr zur Diagnose von Herz-Kreislauf-, Haut- und Magen-Darm-Krankheiten genutzt.

Lebenswerk gewürdigt

Der italienische Mikrobiologe Rino Rappuoli wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er hat Impfstoffe erfunden, die heute als Standard zur Vorbeugung von Diphtherie, Keuchhusten, Meningitis und Helicobacter gelten. Rappuoli stellte 1999 weltweit als erster genom-basierte Impfstoffe her. Ärzte verabreichten sie weltweit hunderten Millionen von Patienten.

In den Kategorien Forschung sowie Kleine und Mittelständische Unternehmen wurden eine neue Signaltechnologie für das Navigationssystem Galileo und eine ölabsorbierende Watte ausgezeichnet. (cmb)

30 Sekunden benötigt eine neue Methode der Malaria-Diagnostik von Jan van den Boogaart und Oliver Hayden. Die beiden Erfinder erhielten dafür eine Auszeichnung vom Europäischen Patentamt.

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