Ärzte Zeitung, 22.02.2013

Kommentar zur Netz-Politik der KVN

Verhaltener Applaus

Von Christian Beneker

Ob Niedersachsens Netzärzte applaudieren werden oder protestieren, ist noch nicht heraus. Am vergangenen Samstag haben die Vertreter der KV Niedersachsen mit großer Mehrheit beschlossen, auch solche Ärztenetze finanziell zu unterstützen, die (noch) nicht die strengen Kriterien der KBV erfüllen. Es geht um jährlich eine Million Euro aus dem Sicherstellungsfonds, für jedes Netz höchstens 50.000 Euro im Jahr.

Das dürfte kaum jemandem missfallen. Immerhin fördert die KVN, obwohl sie nicht müsste - gerade im Flächenland Niedersachsen mit bald vielen weißen Flecken in der Versorgungslandschaft ein richtiger Schritt.

Allerdings: Wer mitmachen will, soll die KV ins Haus lassen und sie bei Verhandlungen mit den Kassen und der Abrechnung beteiligen. Sogar ein gedeihliches Miteinander sollen die Netzärzte versichern - schriftlich. Das Vertrauen der KVN in die Netz-Kollegen scheint begrenzt zu sein.

Mit der gewählten Lösung hat sich die KVN zugleich gegen ein eigenes Netz-Budget entschieden und damit den Ball flach und sich den Ärger so manches Mitglieds vom Hals gehalten. Denn vielleicht wäre ein Budget durch den Vorwegabzug teurer als die Fondslösung geworden. Die Netzärzte des Landes werden wohl applaudieren. Aber nicht so laut.

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