Ärzte Zeitung, 17.04.2013

CGM NET

Standardisierte Arztnetzsoftware vorgestellt

BERLIN. CompuGroup Medical Deutschland und die Netzmanagementgesellschaft OptiMedis haben beim 8. Kongress für Gesundheitsnetzwerker ihre gemeinsam entwickelte standardisierte Software für Praxisnetze und andere Versorgungsverbünde vorgestellt.

Die Software heißt CGM NET, der Rollout des Systems, das zur Medica 2012 angekündigt worden ist, soll im Juni beginnen.

"Wenn man in der Lage sein will, Patienten in Arztnetzen gut zu behandeln, braucht man eine einfache Lösung", sagte Helmut Hildebrandt, Vorstand von OptiMedis. "Dazu gehört die zentrale Patientenakte, und zwar in der Arztsoftware."

Bisher gebe es nur kartengebundene Insellösungen. Die Vollständigkeit der Informationen sei damit nicht gesichert.

Die Programme von CompuGroup Medical (Albis, Data Vital, M1, Medistar und Turbomed) sind mit der neuen Netzsoftware nach eigenen Angaben voll integriert.

Aber auch Nutzer von CGM-fremder Software könnten über ein hierfür speziell entwickeltes Modul alle Funktionalitäten von CGM NET nutzen, hieß es in Berlin.

Behandlungspfade von "Gesundes Kinzigtal"

Die neue Software umfasst unter anderem die im "Gesundes Kinzigtal" entwickelten und evaluierten Behandlungspfade. Arztnetze können aber auch selbst entwickelte Behandlungspfade integrieren.

50 bis 60 der insgesamt 500 bis 600 Ärztenetze in Deutschland kämen für die neue Software als Kunden infrage, sagte Dr. Florian Fuhrmann, bei CGM Deutschland verantwortlich für die Geschäftsentwicklung Arztnetze.

Die Softwarelizenz liege je nach Netzgröße bei 600 bis 700 Euro je teilnehmenden Arzt. Hinzu kommen jährliche Softwarewartungskosten von etwa 150 Euro - sowie die Kosten für die Implementierung im Netz und den netzübergreifenden Server.

Fuhrmann und Hildebrandt sind sicher, dass sich die Investitionen auszahlen. "Dass wir die aus dem Projekt "Gesundes Kinzigtal" bekannten Behandlungspfade für Rückenschmerzen, chronische Herzinsuffizienz und Osteoporose in die Software integrieren konnten, macht die Verhandlungen mit den Kassen einfacher", sagt Fuhrmann.

Gegenrechnen müsse man auch, wieviel Zeit Arzt und MFA sparten, um Patientendaten zu suchen bzw. Patientenbriefe zu schreiben.

Kosten sparen

Die Investition soll auch perspektivisch Kosten sparen, wenn Krankenhäuser und die Praxen anderer Heilberufler an die Netze angebunden werden.

Noch in Arbeit sei die Beantwortung der Frage, welche Daten aus den Patientenakten zum Beispiel ein Physiotherapeut einsehen dürfe.

Für die Nutzung der gemeinsamen Patientenakte muss jeder Patient, der einen Netzarzt in Anspruch nimmt, zu Beginn der Behandlung eine Einverständniserklärung zum Austausch der Daten abgeben. Die Erklärung gilt jeweils 24 Monate. (af/ger)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »