Ärzte Zeitung, 03.07.2014

Premiere

KV Berlin erkennt erstmals ein Praxisnetz an

kv-berlin-L.jpg

BERLIN. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat das erste Praxisnetz in der Hauptstadt anerkannt. Das Ärztenetz "PIBB - Psychiatrie-Initiative Berlin-Brandenburg" ist zugleich nach eigenen Angaben die bundesweit erste psychiatrische Initiative, die die Netz-Anerkennung nach §87b SGB V erhält.

PIBB-Chef Dr. Norbert Mönter zeigte sich erfreut über die Anerkennung. "Sie zeigt, dass es uns in zehn Jahren gelungen ist, etwas zu entwickeln, das den Versorgungsnotwendigkeiten voll entspricht", sagte er der "Ärzte Zeitung". PIBB zählt mit rund 60 Mitgliedern zu den etabliertesten Netzen in Berlin.

Die GmbH und Co KG fungiert seit 2008 als Managementgesellschaft des Vereins für Psychiatrie und seelische Gesundheit, der bereits 2003 von 37 Ärzten und Psychotherapeuten gegründet wurde.

Das Netz ist versorgungsbereichs- und sektorenübergreifend tätig und kooperiert auch mit sozialpsychiatrischen Akteuren. Es hat drei verschiedene Arten von Verträgen zur Integrationsversorgung für zum Teil schwer psychisch Kranke. Vertragspartner sind unter anderem DAK und AOK Nordost.

Anerkennung eine Herausforderung

Die Netz-Anerkennung betrachtet Mönter auch als Herausforderung und Aufgabe. "Ich hoffe, dass der neue Status zu einer weiteren Qualitätssteigerung führt und Ressourcen frei werden für Versorgungsforschung im Netz", sagte er.

So sei zum Beispiel unklar, warum das Modul Psychoedukation nicht so gut laufe. Wenn man das wüsste, könnten die Erkenntnisse wiederum zu einer Verbesserung der Netzversorgung dienen, so Mönter.

Eine finanzielle Förderung gibt es durch die Netzanerkennung der KV vorerst jedoch nicht. Die Diskussion, ob anerkannte Praxisnetze in Berlin finanziell gefördert werden sollen, ist innerhalb der Vertreterversammlung aber noch nicht abgeschlossen.

Mönter bleibt neutral: "Wir wollten nicht in die Diskussion ‚Netzärzte gegen Nichtnetzärzte‘ einsteigen", sagte er.

Er weist aber darauf hin, dass ein ambulant zentriertes Ärztenetz etwas für den ambulanten Bereich gewinne, denn es könne durch Qualitätverbesserung im ambulanten Sektor Klinikaufenthalte vermeiden. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »