Ärzte Zeitung online, 26.08.2015

Praxisnetze

Kinzigtal nach Stufe II anerkannt

Eine vertiefte Kooperation der Mitglieder können sich Praxisnetze von KVen anerkennen lassen. Das "Gesunde Kinzigtal" ist jetzt eine Stufe nach oben geklettert.

NEU-ISENBURG. Das Medizinische QualitätsNetz - Ärzteinitiative Kinzigtal (MQNK) ist von der KV Baden-Württemberg nach Stufe II der Rahmenvorgabe für Praxisnetze anerkannt worden. Nach Mitteilung des Ärztenetzes ist MQNK damit der erste Anbieter in Deutschland mit dieser Anerkennung.

Für die Anerkennung nach Stufe II ist bei den Versorgungszielen "Patientenzentrierung" und "Kooperative Berufsausübung" unter anderem eine elektronische Fallakte und der Datenaustausch auf elektronischem Wege nachzuweisen. Seit 2012 kooperiert das Netz hierzu mit der Compugroup Medical Deutschland AG und hat die Arztnetzsoftware "CGM NET" im Kinzigtal mitentwickelt (wir berichteten).

Digitale Behandlungspfade

Die Software bietet nicht nur eine zentrale elektronische Patientenakte, sondern umfasst auch mehrere digitale Behandlungspfade zu Krankheiten wie Osteoporose und Herzinsuffizienz.

Mithilfe der zentralen elektronischen Patientenakte könnten alle behandelnden Mediziner und Psychotherapeuten auf Patientendaten wie Diagnosen, Befunde oder Medikamentenpläne datenschutzkonform und sicher zugreifen, heißt es weiter in der Mitteilung.

Das dritte Versorgungsziel, "Verbesserte Effizienz", erfordert unter anderem eine Qualitätsmanagement-Zertifizierung der Praxen und das Einbeziehen der Patientenperspektive.

Die Patientenperspektive werde etwa durch regelmäßige standardisierte Befragungen zur Patientenzufriedenheit sowie die Kooperation mit Selbsthilfegruppen gewährleistet.

"Die gemeinsam mit uns in der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal aufgebauten Struktur- und Prozessinnovationen tragen zu einer verbesserten Versorgung in der Region bei.

Wir sind stolz, dass die KVBW diese Leistung anerkennt", betont Martin Wetzel, Vorsitzender des MQNK-Vorstands laut Mitteilung. Das Netz erhofft sich von der Anerkennung eine zusätzliche finanzielle Förderung durch die KV. (ger)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »