Ärzte Zeitung, 12.08.2009

Kommentar

Bremsen an der falschen Stelle

Von Philipp Grätzel von Grätz

Kein Radfahrer käme auf die Idee, am Beginn einer Steigung plötzlich in die Bremsen zu treten. Genau das macht aber die Ärztekammer Hessen. Während andere Kammern längst Schulungen durchlaufen, um die Ausgabe des elektronischen Arztausweises adäquat zu bewältigen, üben sich die hessischen Ärzte in Fundamentalopposition: Mit Verweis auf die Ablehnung der E-Card verweigern sie sich auch gleich dem elektronischen Arztausweis.

Das ist schon bizarr: Mit dem Ausweis haben die Ärzte in Sachen elektronischer Kommunikation Eigenständigkeit bewiesen. Er verknüpft elegant die rechtssichere digitale Unterschrift mit einem definitiven Beleg des Arztstatus. Das leistet keine andere Signaturkarte.

Die Ausgabe über die Kammern nach dem von der Bundesärztekammer entwickelten Prozedere ist das einzig sinnvolle Verfahren. Es ist kein Zufall, dass es keine Ärztekammer - auch nicht die hessische - bisher geschafft hat, in den diversen digital kommunizierenden Versorgungsnetzen gesetzeskonforme Signaturstandards durchzusetzen. Das geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Ärzte den elektronischen Arztausweis dort, wo er verfügbar ist, auch annehmen und nutzen. Die Zauderer werden dann schon nachziehen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Der Anfang vom Ende des Kugelschreibers ist gekommen

Lesen Sie dazu auch:
Elektronischer Arztausweis bald bundesweit

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »