Ärzte Zeitung, 17.11.2009

GreenIT - wenn die Technik auf grün schaltet

Auch bei der Medizinmesse Medica setzen jetzt einige IT-Hersteller auf Sparsamkeit beim Energieverbrauch.

DÜSSELDORF (reh). Mittlerweile schmückt sich fast jeder Hersteller von Informations- und Kommunikationstechnik mit dem schönen Begriff GreenIT. Unter GreenIT werden alle Bestrebungen der Hersteller gebündelt, die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg umwelt- und ressourcen-schonend zu gestalten.

Auch in der Gesundheitsbranche ist das Thema inzwischen angekommen. Hersteller, die Hardware oder auch IT-Anwendungen für Kliniken und Arztpraxen im Portfolio haben, führen zunehmend Faktoren wie Sparsamkeit beim Energieverbrauch als Verkaufsargument ins Feld. Bei der Medica, der größten Medizinmesse der Welt vom 18. bis 21. November, wird dieser Trend sichtbar.

Bei der Medica sind vor allem in Halle 15 Hersteller zu finden, die sich bereits intensiv mit GreenIT beschäftigen. Der Hersteller von Druckern OKI Print Solutions, in Deutschland unter dem Namen OKI Systems GmbH bekannt (Halle 15/Stand G50), gleicht zum Beispiel seine CO2-Bilanz mit Waldaufforstungs-Projekten in Großbritannien aus. Außerdem ist OKI seit rund 20 Jahren "Energy-Star"-Partner. Etwa 100 energieeffiziente Produkte sind laut OKI mit diesem Logo gekennzeichnet. Ein zumindest stromsparendes Drucker-Modell ist der OKI B440n Schwarz-Weiß-Laserdrucker, der im Wartemodus nicht ganz neun Watt verbraucht und ebenfalls das "Energy-Star"-Siegel trägt.

Energy Star ist eine amerikanische Produktkennzeichnung für energiesparende Geräte. Sie wurde 1992 von der amerikanischen Umweltbehörde EPA ins Leben gerufen. 2003 wurde der Energy Star durch eine EU-Verordnung offiziell auch in Europa eingeführt. In Deutschland gibt es zusätzlich den Blauen Engel: Das Prüfsiegel kennzeichnet seit 1978 besonders umweltschonende Produkte. 2006 wurden die Prüfkriterien für den Blauen Engel verschärft.

Doch umweltschonend sind nicht nur stromsparende IT-Komponenten wie zum Beispiel der Zero Watt Monitor von Fujitsu Siemens Computers. Auch Konferenzsysteme stehen auf der Liste der GreenIT, weil sie es ermöglichen, dass die Teilnehmer einer Konferenz oder in der Medizin eines Diagnosegesprächs nicht quer durchs Land anreisen - und damit den CO2-Ausstoß ankurbeln.

Über diese Konferenzsysteme lassen sich Diagnosen aber nicht nur energieschonend, sondern oft auch schneller stellen. Ein Beispiel ist etwa der "Advantage Workstation RemoteAccess™" von GE Healthcare (Halle 10/Stand A56). Mit der Software und der RemoteAccess-Option können Ärzte ihren PC oder Laptop in eine mobile Bildanalysestation verwandeln. Dadurch kann auch zu Hause auf die Bilddaten zugegriffen werden.

Richtige Energiefresser sind bisher Rechenzentren und Server. Geht es Arztpraxen und anderen Unternehmern nur um die Datenspeicherung, sind Festplattenspeicher mit Energiesparfunktion eine interessante Alternative. Ein Beispiel hier sind die Silent Cubes der FAST LTA AG (Halle 15/Stand A35). Der Silent Cube ist ein Zero-Power-Festplattenspeicher. Der Stromverbrauch liegt im Standby-Modus pro 8-Terabyte-Speichereinheit bei nur zwei Watt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »