Ärzte Zeitung, 07.07.2011

Angst vor Arztbewertung im Internet?

KÖLN (iss). Viele Ärzte halten Arztbewertungsportale im Internet für eine vorübergehende Erscheinung und messen dem Medium nur geringe Bedeutung bei. Ein Trugschluss, der schwere Folgen haben kann.

Angst vor Arztbewertung im Internet?

Ein Arzt behandelt einen Patienten. Viele Patienten informieren sich über den Arzt im Internet, bevor sie zu ihm in die Praxis gehen.

© AOK-Mediendiens

Nach Einschätzung von Praxisberater Klaus-Dieter Thill gehen Ärzte damit nicht nur an der Realität ihrer Patienten vorbei.

"Sie verschenken auch Optimierungspotenzial bei der Patientengewinnung und -bindung", sagt der Leiter des IFABS-Instituts.

Ärzte halten Portale für nicht besonders wichtig

Das IFABS hatte je 200 Allgemeinmediziner, Medizinische Fachangestellte (MFA) und Patienten zu Arztbewertungsportalen befragt.

Dabei zeigte sich, das die Ärzte sie weder aktuell noch in naher Zukunft für besonders wichtig halten.

87 Prozent gaben an, ein Portal schon mindestens einmal genutzt zu haben

Ganz anders das Bild bei MFA und Patienten: Beide sprechen den Portalen gerade für die Zukunft eine große Bedeutung zu. Immerhin 87 Prozent der Patienten gaben an, mindestens ein Portal schon einmal genutzt zu haben.

Nach Einschätzung von AOK-Vize Jürgen Graalmann haben negative Erfahrungen mit schlecht gemachten Portalen zur Skepsis der Mediziner beigetragen.

Einige tausend Ärzte sind registriert

Beim gemeinsamen Angebot von AOK, Barmer GEK und Weiße Liste seien die Ärzte deshalb von Anfang an in die Entwicklung der Arztsuche eingebunden worden.

"Es war uns wichtig, ihre berechtigten Interessen an einer fairen Beurteilung zu berücksichtigen."

Laut Graalmann haben sich seit dem bundesweiten Start des Portals bereits einige tausend Ärzte registriert, um den persönlichen Bereich und die Kommentarfunktion nutzen zu können.

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[17.07.2011, 14:17:08]
Dipl.-Psych. Marie Anna Tittmann 
Arztbewertung im Internet
Ich habe mir einmal die Zeit genommen, meinen Namen zu googlen - auf Seite 32 habe ich meinen Augen nicht getraut - bereits 2006 (!) hatte eine "Quasi-Mitbewerberin", mit der ich noch nie etwas zu tun hatte, eine negative Bewertung über mich in www.netmoms.de abgegeben.

Ich wusste zwar, dass ich - da total überqualifiziert - oft auf Unverständnis gestoßen war, aber dass jemand (hier ein Quasi-Mitbewerber) das Internet benutzt, um - wohl als Rache für seine Unterlegenheitsgefühle - den Patienten solch eine Mitteilung zu machen, das haut mich immer noch um.

Über das, was jetzt auf zu kommt, bin ich gespannt.
Welche Motive werden wohl hinter der einen oder anderen Bewertung zu finden sein?

Maryan
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