Ärzte Zeitung, 10.11.2011

Kommentar

Datenschutz muss Chefsache sein

Von Dirk Schnack

Das Datenleck bei einem Träger sozialer Einrichtungen in Schleswig-Holstein ist noch nicht aufgearbeitet.

Noch ist nicht geklärt, wie lange Patientendaten im Internet abrufbar waren, ob und wie viele Menschen die zum Teil hochsensiblen Informationen eingesehen haben. Noch weiß man nicht, ob und in welchem Umfang der Träger Schadenersatz leisten muss.

Was können Arztpraxen aus diesem Vorfall lernen? Wenn es um den Schutz von Patientendaten geht, duldet unsere Gesellschaft kein Pardon.

Moderne Medien sorgen dafür, dass jeder Fehler rasante Verbreitung erfährt und die Verursacher öffentlich verurteilt werden. Praxen, das geht auch aus Berichten von Datenschützern hervor, schützen Patientendaten zwar mehrheitlich mit großer Sorgfalt, sind aber nicht sicher vor Fehlern.

Je umfangreicher die Dokumentationspflichten werden, desto mehr Daten müssen geschützt werden.

Datenschutz wird also künftig eine noch größere Bedeutung in den Praxen bekommen als bislang und darf nicht als notwendiges Übel, mit dem sich der Praxisinhaber nur im Ausnahmefall beschäftigt, angesehen werden. Denn dieser Ausnahmefall kann zur Existenzgefährdung des Verursachers führen.

Lesen Sie dazu auch:
Rebus-Fall: Patientenakten seit Jahren im Netz?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »