Ärzte Zeitung, 26.01.2012

Ärzte: Health-IT hat viele Vorteile

Eine Studie zeigt: Für die Mehrzahl der Ärzte verbessert der IT-Einsatz die Patienten-Versorgung.

zur Großdarstellung klicken

NEU-ISENBURG (reh). Der Einsatz von Healthcare-IT - zum Beispiel in Form von elektronischen Patientenakten - bringt nach Ansicht der Mehrzahl der Ärzte Vorteile. So sind 68 Prozent der Ärzte davon überzeugt, dass die IT organisationsübergreifende Prozesse verbessert. Zwei Drittel glauben, dass sie hilft, medizinische Fehler zu reduzieren.

Herausgefunden hat das die Beratungsfirma Accenture. Wie kurz berichtet, hat das Unternehmen 3700 Ärzte aus acht Ländern zum Nutzen von Healthcare-IT für ihren Praxisalltag befragt.

Dabei zeigte sich im Vergleich der acht Länder - neben Deutschland waren es die USA, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Australien, Kanada und Singapur - dass deutsche Ärzte in Sachen Healthcare-IT recht optimistisch sind.

In der Durchschnittswertung zu allen Fragen über den Nutzen der IT im Praxisalltag erreichten deutsche Mediziner Rang drei. Genauer sehen hierzulande rund 62 Prozent der befragten Ärzte einen Nutzen für Praxis und Patienten. In Singapur sind es 64 Prozent der Ärzte. Spitzenreiter ist Spanien, wo über 70 Prozent der Ärzte einen klaren Nutzen erkennen können.

Größter Nutzen: Organisationtsübergreifende Prozesse werden verbessert

Dabei liegt nach Angaben deutscher Ärzte der größte Nutzen der Healthcare-IT darin, dass sie hilft, organisationsübergreifende Prozesse zu verbessern. Zwei Drittel der deutschen Ärzte glauben aber auch, dass mithilfe der IT Diagnose-Entscheidungen verbessert werden.

Und 57 Prozent meinen, der IT-Einsatz reduziere die Zahl unnötiger Eingriffe. Eine Einschätzung, mit der deutsche Ärzte nicht allein sind, denn das sehen auch 55 Prozent der Befragten aller Länder so.

Andere Vorteile, die die befragten Ärzte aus den acht Ländern bestätigten: Über 60 Prozent sagen, der IT-Einsatz verbessere den Genesungserfolg für Patienten und rund 58 Prozent berichten, die IT würde den Patienten einen schnelleren Zugang zu Gesundheitsleistungen ermöglichen.

Fast 70 Prozent der Ärzte geben an, dass elektronischen Patientenakten und Co. die sektorenübergreifende Koordination von Pflege- und anderen Leistungen verbessere.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »