Ärzte Zeitung, 09.08.2013

Kommentar zur elektronischen Patientenakte

Kostenkiller im Tarnanzug

Von Matthias Wallenfels

Die Technik allein kann es nicht richten.Das gilt auch für den Einsatz der Gesundheits-IT in der Vertragsarztpraxis.

Um die Kosten des Praxisbetriebes zu senken, vertrauten viele niedergelassene Ärzte auf den Einsatz der Praxis-EDV inklusive elektronischer Patientenakte (ePA) - und wollten damit Effizienzreserven heben.

Doch wurden viele Praxischefs von dem Einsatz der IT offenbar enttäuscht. Wie eine nicht repräsentative Umfrage unter Haus- und Fachärzten in Deutschland zur Nutzung der ePA und Vernetzung im Gesundheitswesen im Auftrag der Unternehmensberatung Accenture ergibt, stimmen nur noch 44 Prozent der Aussage zu, die Healthcare-IT habe zur Kostensenkung in der Praxis beigetragen. Vor zwei Jahren waren es noch 63 Prozent.

Warum funktioniert aber die Gesundheits-IT nicht als selbstlaufender Kostenkiller? Die Beantwortung der Frage ist vielschichtig.

Eines ist aber klar: Ohne eine ernsthaft betriebene Vernetzung - und das wäre der Austausch der Patientendaten unter den Heilberuflern über die Sektorengrenzen hinweg - lassen sich auf keiner Seite Synergieeffekte erzielen. Kosten - dazu zählen auch die für Praxismitarbeiter - können erst dann eingespart werden, wenn unnötige Arbeiten entfallen.

Lesen Sie dazu auch:
Digitale Patientenakte: Ärzte hadern mit dem "E"

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