Ärzte Zeitung, 18.09.2014

ARMIN

Digitaler Starschuss ab dem vierten Quartal

Ab Oktober werden mehr Arztinformationssysteme ARMIN-fähig. Richtig spannend wird es dann 2015, verspricht die gevko.

Digitaler Starschuss ab dem vierten Quartal

ARMIN erprobt ein neues Modell zur Arzneimittelversorgung.

© Robert Kneschke / fotolia.com

BERLIN. Die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) will zum vierten Quartal dieses Jahres richtig Gas geben. Eine ganze Reihe von Arztinformationssystemen wird dann die nötigen Funktionen beherrschen.

Das von Ärzten, Apothekern und der AOK Plus getragene ARMINProjekt nutzt ein mehrstufiges IT-Modul, um die Arzneimittelversorgung in mehreren Bereichen zu optimieren.

Auf Stufe 1 sollen Ärzte standardmäßig Wirkstoffe statt Produkte verordnen. Sie erhalten dafür Regresssicherheit, weil rabattierte Arzneimittel aus dem Richtgrößenvolumen herausgerechnet werden.

Stufe 2 ist ein seitens der KVen konzipierter Medikationskatalog, der den Arzt mit evidenzbasierten Einstufungen der Medikamente in Abhängigkeit von der jeweiligen Indikation versorgt.

Für die Teilnahme an ARMIN ist ein IT-Modul nötig, das der IT-Dienstleister gevko den Herstellern von Arztinformationssystemen (AIS) als eine Komponente der Selektivvertragsschnittstelle S3C gemeinfrei zur Verfügung stellt.

Die beiden Stufen 1 und 2 laufen im Prinzip schon seit Sommer. Bisher beherrscht aber lediglich das AIS x.isynet von medatixx das entsprechende Modul.

Fünf oder mehr Dauermedikamente

Das ändert sich jetzt: Ab Oktober sind die übrigen medatixx-Systeme sowie die Systeme der CompuGroup ebenfalls ARMIN-fähig.

 "Wir bekommen bisher von den Ärzten sehr positive Rückmeldungen und erwarten, dass ARMIN ab dem vierten Quartal deutlich breiter wird", sagte Ulf Maywald von der AOK Plus bei einem gevko-Workshop in Berlin.

Richtig spannend wird es freilich erst Anfang 2015, wenn Stufe 3 von ARMIN gezündet wird.

Das ist das Medikationsmanagement, das chronischen Patienten mit fünf oder mehr Dauermedikamenten zugutekommen soll.

"Hier sind IT-seitig noch einige Dinge zu klären", sagte gevko-Geschäftsführer Guido Noelle im Gespräch mit der Ärzte Zeitung.

Das ARMIN-Medikationsmanagement basiert auf dem Medikationsplan der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Jeder Patient hat ständig einen Ausdruck seiner kompletten aktuellen Medikation dabei. Ärzte können diese Liste per Barcode einlesen.

Damit sparen sie viel Zeit. Umgekehrt haben die Patienten die Gewähr, dass ihr Arzt immer über alle nötigen Informationen verfügt.

1500 Euro Anschubfinanzierung

Im ARMIN-Projekt wird dieser Papierpass ergänzt durch einen Medikationsserver, der im sicheren Netz der KVen steht und auf den Ärzte und Apotheker mit Hilfe des ARMIN-IT-Moduls zugreifen.

Ärzte, die an ARMIN teilnehmen wollen, benötigen ein AIS, das die S3C-Schnittstelle mit ARMIN-Modul implementiert hat, außerdem einen KV-SafeNet-/KV CONNECT-Anschluss.

Wer früh einsteigt, erhält eine Anschubfinanzierung von 1500 Euro. (gvg)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »