Ärzte Zeitung, 19.04.2016

Umfrage zeigt

IT hat für Ärzte einen hohen Stellenwert

Ein Gesundheitswesen ohne IT kann sich in Praxen und Kliniken kaum noch jemand vorstellen. Doch die Entwicklung ist noch nicht am Ende, wie der aktuelle Branchenreport des Anbieterverbandes bvitg zeigt.

Von Hauke Gerlof

BERLIN. Die zunehmenden technischen Möglichkeiten und die hohen bürokratischen Anforderungen in Praxen und Kliniken sind die Treiber beim Einsatz von Informationstechnik im Gesundheitswesen. Das geht aus dem Branchenbericht 2016 hervor, den der Anbieterverband Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) zum Start der Healthcare-IT-Messe conhIT veröffentlicht hat.

Die conhIT öffnet am Dienstag in Berlin ihre Pforten und läuft noch bis Donnerstag (www.conhit.de).

Für den Branchenbericht wurden 373 niedergelassene Ärzte und 63 Vertreter von Krankenhäusern schriftlich befragt. Die Auswahl der Umfrageteilnehmer ist allerdings nicht repräsentativ.

Die Studie ist von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen wissenschaftlich begleitet worden.

Das Ausmaß der Akzeptanz der Informationstechnik zeigt sich an den Zustimmungsraten zu Sätzen wie "Ohne IT könnte unsere Organisation nicht mehr arbeiten" (91 Prozent Zustimmung bei niedergelassenen Ärzten und 98 Prozent bei Klinikern).

Sogar 93 Prozent der Niedergelassenen und 98 Prozent der Kliniker stimmen der Aussage zu, dass IT bei der Erfüllung von Dokumentationspflichten unterstützt.

Gut 70 Prozent der Niedergelassenen bewerten denn auch die IT-Lösungen für eine einheitliche Dokumentation als sehr gut bis gut. Noch besser werden Lösungen für die Abrechnungsoptimierung bewertet (81 Prozent der Niedergelassenen und 89 Prozent der Kliniker).

Dass die IT in Klinik und Praxis "angekommen" ist, zeigt auch die geringe Zustimmungsrate zu der Gegenaussage "IT kostet nur und bringt wenig Mehrwert für meine Organisation". Nur 14 Prozent der Niedergelassenen und 12 Prozent der Kliniker stimmten hier zu.

Unterschiede bei der Telemedizin

Dass Informationstechnik in Krankenhäusern und Arztpraxen noch unterschiedlich intensiv genutzt werden, zeigt sich in den Differenzen zwischen beiden Gruppen, die sich bei manchen Fragen ergeben. So messen nur 26 Prozent der befragten niedergelassenen Ärzte der Telemedizin aktuell eine große Bedeutung bei, aber bereits 74 Prozent der Kliniker.

Bei der Interoperabilität sehen 92 Prozent der Kliniker aktuell eine hohe Bedeutung, aber nur 62 Prozent der befragten niedergelassenen Ärzte. Die höchsten Werte erreicht hier die IT-Sicherheit (93 Prozent der niedergelassenen Ärzte und 87 Prozent der Kliniker).

Dass IT in Zukunft noch wichtiger werden wird, zeigen die hohen Werte, die die Befragten vielen Anwendungen in Zukunft beimessen.

So sehen selbst für die Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur fast 75 Prozent in Zukunft eine große Bedeutung.

Besonders wichtig werden aus Sicht der niedergelassenen Ärzte und Kliniker auch software-gestützte Warnsysteme zur Verbesserung der Patientensicherheit (95 Prozent der Kliniker, 83 Prozent der niedergelassenen Ärzte), die Verknüpfung von IT und Medizintechnik (mehr als 85 Prozent), die sektorübergreifende Vernetzung (84 bzw. 87 Prozent) und die Online-Kommunikation mit Patienten (77 bzw. 75 Prozent).

Auch die Zufriedenheit mit den angebotenen IT-Lösungen kann sich laut Studie des Anbieterverbandes insgesamt sehen lassen. Sehr zufrieden oder zufrieden sind zum Beispiel 74 Prozent der Kliniker und 68 Prozent der niedergelassenen Ärzte mit dem Funktionsumfang.

70 Prozent der befragten Niedergelassenen sind zufrieden mit der Softwarequalität, nur knapp weniger mit der Benutzerfreundlichkeit der Software.

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