Donnerstag, 24. April 2014
Ärzte Zeitung, 25.01.2013

Kommentar zur Praxisnachfolge

Eine Ungewissheit mehr

Von Ilse Schlingensiepen

Viele niedergelassene Ärzte haben sich an den Gedanken gewöhnt, dass angesichts des Nachwuchsmangels der Verkauf auch gut gehender Praxen kein Selbstläufer mehr ist.

Das Versorgungsstrukturgesetz sorgt dafür, dass die Situation in Bereichen mit Zulassungsbeschränkungen noch einmal schwieriger wird.

Seit 1. Januar entscheiden die Zulassungsausschüsse darüber, ob die KV den Vertragsarztsitz ausschreibt. Lehnen sie angesichts der Versorgungslage eine Ausschreibung ab, muss die KV dem Arzt oder seinen Erben eine Entschädigung in Höhe des Verkehrswerts zahlen.

Es gehört wenig Fantasie zu der Prognose, dass die Entschädigung unter dem Preis bleiben wird, den ein Arzt mit einem Interessenten aushandeln könnte.

Es ist zwar nicht anzunehmen, dass die Zulassungsausschüsse sich jetzt in großem Umfang dafür entscheiden werden, Praxen vom Markt zu nehmen.

Dennoch sollten Ärzte diese Option bei ihren Planungen rechtzeitig berücksichtigen - etwa indem sie ihre Praxis in die Hände von Familienmitgliedern, Angestellten oder Partnern geben. Denn dann ist die Ausschreibung zwingend.

Ärzte, die noch nicht lange niedergelassen sind, können sich auf die neue Lage einstellen. Ärgerlich ist es für diejenigen, die unter anderen Voraussetzungen geplant haben.

Lesen Sie dazu auch:
Praxis nicht mehr ausgeschrieben: Die knifflige Entschädigung

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Kanzlerin beim DKFZ: "Politik muss sich für Wissenschaft interessieren"

Bedingungen exzellent, gute Motivation und vorbildliche Karrierechancen: Zum 50. Geburtstag lobt Kanzlerin Angela Merkel das DKFZ in Heidelberg in höchsten Tönen. Versprechungen gab es freilich keine. mehr »

"Pille danach": Regierung schaltet auf stur

Seit November vergangenen Jahres streiten Bundesregierung und Bundesrat über die Rezeptfreiheit für das Notfallkontrazeptivum Levonorgestrel - eine Lösung ist nicht in Sicht. Jetzt könnte der Streit über die entsprechende EU-Verordnung eskalieren. mehr »

Anästhesist Böttiger im Interview: "Hauptsache heftige Herzmassage!"

Jährlich sterben fast 70.000 Menschen in Deutschland, weil bei ihnen die Wiederbelebung versagt. Im Interview erklärt Professor Bernd Böttiger, wie 10.000 Thesen das ändern sollen - und was Ärzte von Daft Punk lernen können. mehr »