Ärzte Zeitung, 21.08.2008

Postmaterialisten sind auf dem Vormarsch

DIW-Studie: Arbeitgeber müssen künftig mehr in die berufliche Entwicklung ihrer Mitarbeiter investieren

BERLIN (dpa). Die persönliche Lebensgestaltung ist laut einer Studie für viele Deutsche wichtiger als ein sicherer Arbeitsplatz. Arbeitgeber sollten daraus Konsequenzen ziehen.

Selbstentfaltung, Lebensqualität, Emanzipation und gesellschaftliche Beteiligung gewinnen nach einer repräsentativen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin an Bedeutung. Sozialer Aufstieg und wirtschaftliche Sicherheit würden dagegen weniger wichtig. Diese Lebensphilosophie vertreten vor allem Jüngere, Selbstständige, Anhänger der Partei Die Grünen sowie Menschen mit Abitur, wie es weiter heißt.

2006 orientierten sich laut Studie 52 Prozent der befragten 39- bis 48-Jährigen an diesen sogenannten postmaterialistischen Werten, von den 19- bis 28-Jährigen waren es 56 Prozent; bei den 29- bis 38-Jährigen 54 Prozent. Mehr als die Hälfte der "Postmaterialisten" hat das Abitur in der Tasche. 74 Prozent von ihnen gaben an, Anhänger der Grünen zu sein. 61 Prozent der Deutschen, die Selbstentfaltung als größten Wert schätzen, sind selbstständig.

Die Untersuchung zeige, dass Arbeitgeber künftig mehr in die individuelle berufliche Entwicklung der Beschäftigten investieren sollten, sagte der Autor der Studie, Martin Kroh, in der Mitteilung.

Bei der seit 25 Jahren laufenden repräsentativen Langzeituntersuchung werden jedes Jahr mehr als 10 000 deutsche Haushalte befragt, um langfristige Trends zu erforschen.

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