Ärzte Zeitung, 02.05.2016

Steuerfreier Zuschuss

Finanzgericht lockert Zügel für Prävention

BREMEN. Mit steuerfreien Zahlungen können Praxischefs ihre Angestellten bei der Gesundheitsvorsorge unterstützen. Zuschüsse bis zu 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter sind möglich, mit denen beispielsweise Angebote wie Wirbelsäulengymnastik oder Massagen in Anspruch genommen werden können.

In der Vergangenheit gab es allerdings immer wieder Streit mit Finanzämtern, welche Gesundheitsleistungen nach Paragraf 3 Nr. 34 EStG überhaupt steuerlich begünstigt sind.

Einige Behörden verlangten beispielsweise, dass analog zum "Leitfaden Prävention" die Voraussetzungen erfüllt sein müssen, welche die GKV für die Kostenübernahme von Präventionsangeboten durch die Krankenkasse aufstellt.

Dieser Ansicht wollte das Finanzgericht (FG) Bremen in einem kürzlich ergangenen Urteil aber nicht mehr folgen: Eine besondere Zertifizierung der Anbieter von Gesundheitsleistungen sei nicht nötig. "Vielmehr reicht es aus, wenn die vom Arbeitgeber bezuschussten Maßnahmen Mindestanforderungen an Qualität und Zielgerichtetheit erfüllen.

Diese sind jedenfalls dann erfüllt, wenn die Maßnahmen durch Physiotherapeuten, Heilpraktiker und qualifizierte Fitnesstrainer erbracht werden", urteilten die Finanzrichter der Hansestadt.

Nicht ausreichend sei es dagegen, wenn körperbezogene Dienstleistungen von Anbietern in Anspruch genommen werden, für die die Gesundheitsförderung "gegenüber dem Komfortaspekt von ganz untergeordneter Bedeutung ist".

Im neuen Präventionsgesetz ist übrigens für Kassen-Angebote ein Zertifizierungsverfahren vorgesehen, das automatisch zu einer Steuerbegünstigung nach Paragraf 3 Nr. 34 EStG führen soll. (juk)

Az.: 1-K-80/15-5

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »